Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 121)
- Language
- German
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119 verdrängt werden können. Auf der heiligen apollinischen Insel besteht cnoch jetzt ßu vvv Z. 411)* der Altar des 'Erzeugers Apollon;a wohl um die schaffende Gnade des Gottes zu versinnlichen, war aus dem Dienst dieses Altars, wie Aristoteles*) berichtet, jegliche Spur zerstörender Kräfte entfernt; kein Thier ward dort geschlachtet, und sogar die Mehlopfer wurden nicht verbrannt, sondern nur zur Weihe hingelegt; der Altar war c feuerlos/ Man hätte meinen sollen, dass der durch die kostspieligen Thieropfer beförderte Irrthum, den Opferaufwand für einen Beweis von Frömmigkeit zu halten, einen so dürftigen Altardienst in den Ruf der Unfrömmigkeit hätte bringen müssen; dennoch, sagt Theophrastos (Z. 413), ist gerade diesem Altar der Name cAltar der Frommen* gegeben und gewahrt worden, und Alle, die ihn so nennen, zeugen dadurch unwillkürlich für die Richtigkeit der Behauptung, dass der wahren Frömmigkeit cdie Befleckung der Altäre mit Blut (Z. 42ü)J zuwider sei. Diese sich selbst bewährende Gedankenverbindung der theophrastischen Sätze in helles Licht treten zu lassen, ist der deutschen Uebersetzung nur gelungen durch Ausscheidung eines porphyrischen Einschiebsels (Z. 415—420), das sich als solches, Zu^e abgesehen von seinem sachlichen Inhalt, schon durch einen doppel- Porphyrfos. ten Verstoss gegen die logische Folge verräth. Es zerreisst erstlich das auch durch die passenden Partikeln eng genug geknüpfte Band zwischen dem theils begründenden, theils folgernden theophrastischen Satz xal yctg ov <povip xovg twv &surv ßtaiiovc, ygaivew ösl (Z. 420) und dem mit iisrsdoaav zTjg sixxsßsiag (Z. 415) schliessenden Bericht über den delischen Altar. Und zweitens wird es durch ein cdeshalb (6i* onsq Z. 415)i eingeleitet, welches an dem Orte, wo es jetzt zu lesen ist, eine krasse Unlogik herbeiführt, deren sich nicht einmal Porphyrios, geschweige Theophrastos schuldig machen konnte. Denn wie die Sätze jetzt sich auf einander beziehen, ergeben sie folgende Faust aufs Auge: /Weil man in Delos den Altar, auf welchem kein Thier geopfert wird, mit Recht Altar der Frommen nennt, deshalb haben die Pythagoreer zwar nicht im täglichen Leben Thierfleisch gegessen, aber wohl Thiere *) Diog. Laert. 8, 13 (= Arist. frag. 442 Rose): ßcopöv TtQOß-AvvriGai. [IIvd'ayoQav] fiovov iv Ar^ta xqv 'AnöTltavog tov rsvstOQog, og iaviv oici6&£v xov KsQcctivov, Sta t6 nvQovg wxl 'AQi&ccg xal noitava {i6vu rL&sß&ai in' avtov avav itVQog, Uqhov öe (nqdsv, mg tpr\6iv *Aq l6tot sXrig iv Ar\ß(av itokixüa.