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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 117

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 117)
Language
German
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IRI
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115 Aeschylos lässt die Klytämnestra*) zu den Erinyen sagen: rMancli rFeueropfer auf dem Heerde bracht' ich dar Bei Nacht, wo keiner cGottheit ausser euch man naht'5 jedes Nachtopfer hatte für den Griechen etwas Düsteres. Bei den Juden hingegen ward im Anschluss an die Worte des Leviticus (6, 2) cEs sei das Ganzopfer cauf dem Heerde des Altars die ganze Nacht bis an den 'Morgen' für die Verbrennung jedes Gauzopfers und der Altargaben von den übrigen Opfern die Nacht dem Tage gesetzlich durchaus gleichgestellt, und thatsächlich fügte es sich, dass, weil die Nacht zu den übrigen Verrichtungen des Altardienstes nicht brauchbar war, sie vorzugsweise zur Verbrennung besonders der während der zweiten Tageshälfte dargebrachten Opfer benutzt wurde; jedoch verlangte eine aus jenen Worten des Leviticus entwickelte Vorschrift, dass die Verbrennung vor Anbruch des nächsten Morgens nach der Schlachtung des Opfers beendigt sei. Theophrastos' Berichterstatter merkten sich auch hier die ihrem griechischen Gefühl fremdartige Uebung, ohne nach den Anlässen und der Tragweite derselben zu forschen; und Theophrastos, der den jüdischen Opfern den Charakter trauervollen Ernstes aufprägen will, durfte sich den nach dieser Seite auf seine griechischen Leser so wirksamen Umstand nächtlicher, vor Morgenanbruch beendeter, also dem Sonnenlicht (Yva "HXioc 6 navom^c ysvoixo #*cmjs Z. 366) entzogener Opferverbrennung nicht entgehen lassen. — Was endlich von Betrachtung der Sterne (Z. 370)3 gesagt wird, lässt sich wohl nur davon herleiten, dass die Opferbeistände kurz vor Sonnenuntergang zum Schlussgebet (n^jtt) zusammentraten, und dass sie, da jeder jüdische Fasttag erst mit dem Aufgang der Sterne endet, diesen aus sehr begreiflichen Gründen beobachteten; auch ein so schwacher Anhalt konnte für die griechische Phantasie, welche im Orient überall Sternkunde und Sterndienst zu entdecken glaubt, hinreichen, um den 'philosophischen' Juden in ihren Opferversammlungen ausser theologischen Gesprächen (Z. 369) auch noch astronomische Thätigkeit beizulegen. Nachdem Theophrastos so den offenen Vorwurf genussüchtigen Schmausens gegen die allgemeine griechische Opfersitte erhoben und ihr den vermeintlich strengeren jüdischen Ritus entgegen- *) Eum. 108: Kol vv*xi6i\iva deaiv* in1 sa%aqa nvqog "E&vov, ojqccv ovdtvds «otvr\v &s<ov. 8*

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