Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 116)
- Language
- German
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114 (Extravaganten), mit hinlänglicher Deutlichkeit38) enthalten. Man % ging von den Grundsätzen aus, dass einerseits bei jedem Opfer die Veranstalter desselben zugegen sein müssen, und dass andererseits die Volksgemeinde durch die Priester allein nicht vertreten ist. Um also für das tägliche Gemeindeopfer eine vollständige Volksvertretung zu schaffen, ward die gesammte nichtpriesterliche Volksmenge, entsprechend den vierundzwanzig Priesterabtheilungen (nn£tt>Ö i(p7jfi6Qlai), welche nach feststehendem Turnus jede während einer Woche den Tempeldienst versahen, ebenfalls in vierundzwanzig Abtheilungen mit dem Namen c Opferbeistände (nnöJJÖ)3 getheilt. Yon diesen Beiständen, waren ans der Abtheilung, welche der wöchentliche Turnus traf, die zu Jerusalem und in der näheren Umgebung Wohnhaften im Tempel selbst bei dem täglichen Opfer anwesend; die ferner Wohnenden verbrachten die täglichen Opferzeiten in dem Bethause des Centraiortes ihres Bezirks unter Gebeten und Vorlesungen ans der Genesis; Alle aber, sowohl die in Jerusalem38) wie die in den übrigen Städten Versammelten, fasteten während der ganzen Woche ausser an den Tagen vor und nach dem Sabbat; am Sabbat selbst darf nach unverbrüchlicher jüdischer Gesetzesregel überhaupt nur in dem Einen Falle, wenn der Versöhnungstag auf einen Sabbat trifft, gefastet werden. Selbst ohne ausdrückliches Zeugniss glaubt man gern, dass eine solche Volkseintheilung, nachdem sie einmal zum Behuf des täglichen Opfers eingeführt worden, noch zu anderen religiösen und vielleicht auch administrativen Zwecken diente; ihr Ursprung wird in die Zeit der 'älteren Propheten3 verlegt; während des ganzen Zeitraums des zweiten Tempels war sie also in Kraft; und wenn Theophrastos* Gewährsmänner auf ihren Reisen durch Judäa wahrnahmen, dass in Jerusalem und in jedem, grösseren Ort des Landes ein Theil der Bewohner mit Rücksicht auf das tägliche Opfer fastete, so konnten sie leicht zu der Meinung verleitet werden, das Pasten sei ein unerlässliches Erforderniss jedes jüdischen Opfers. —Aehnlich verhält es sich mit der halbwahren Angabe, dass die jüdischen Opfer cdes Nachts fvvxtos Z. 365)3 verbrannt würden. Nach griechischem Ritus musste bekanntlich das den höheren Göttern dargebrachte Opfer vor Sonnenuntergang beendigt sein; nur den Heroen, deren Cult als Todtencult behandelt wurde, den unterirdischen Gottheiten und den Rachegöttinnen ward bei Nachtzeit geopfert;