Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 112)
- Language
- German
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110 niss von der Eigenart des jüdischen Volkes, welches durch die Berichte der peripatetischen Theilnehmer an Alexanders Zügen die Aufmerksamkeit dieser die sittengeschichtlichen Studien mit Vorliebe pflegenden Philosophenschule vorzüglich erregen musste. So hatte denn auch Klearchos aus Soloi, ein Mitschüler des Theophrastos, in einem Dialog, dessen Echtheit37) nicht zu bestreiten ist, sogar dem Aristoteles eine Schilderung seines Umgangs mit einem Juden in den Mund gelegt und den Gründer des Peripatos mit Anerkennung von der jüdischen Enthaltsamkeit und Sittenstrenge reden lassen. Und auch abgesehen von den Nachrichten über das fremdartige Volk, welche seit der Heimkehr von Alexanders Begleitern sich in Griechenland verbreiteten, musste ein Botaniker wie Theophrastos das Land Judäa, die einzige dem Alterthum bekannte Heimath der Balsamstaude, früh zum Gegenstand seiner Erkundigungen machen; er zeigt in seiner Pflanzengeschichte*) sich genau unterrichtet über den Umfang der Balsamgärten bei Jericho oder, wie er sich ausdrückt, cin der Thalschlucht von Syrien 5J auch über die Behandlung des kostbaren Gewächses hat er genauere Angaben zu sammeln sich bemüht. Lange vor Alexander's Zügen mögen auf diese Dinge und andere Eigentümlichkeiten der Gegend die griechischen Kaufleute geachtet haben, welche in den phönikischen Küstenstädten andauernden Aufenthalt nahmen. Bereits aus dem Jahre 399 v. Ch. berichtet Xenophon**), dass rHerodas, ein sjrakusischer Bürger, der in Gesellschaft eines Kaufmanns in Phönikien war,3 dort grosse Seerüstungen der Perser wahrnahm, die Meldung schleunigst nach Sparta brachte und dadurch den Zug des Agesilaos nach Asien veranlasste; dies aus verhältnissinässig so früher Zeit zufällig aufgezeichnete Beispiel berechtigt für den Verlauf des vierten Jahrhunderts bei ununterbrochener Entwicklung des Verkehrs eine nicht allzu geringe Zahl griechischer Reisenden in Phönikien anzunehmen. Wie sehr *) 9, 6, 1: t.6 8s ßaloapov yivstat fuv iv avlwvi tä %sqI Sogiav 7iaQa8si6ovg 8' slvtti cpaai 8vo povovg, top [tsv oaov sftiOGi hXs&qoov top 8' bteqov noXka iXuvzovu Plin. h. n, 12, 111: Übabamutn uni terrarurn Iudaeae concessum, quondam in duobus iantum horiis, utroque regi>, altero iugerum XX non amplius, altera pauciorwn. Strah. 16, 763: fori 8' avrov (iv cIsqixovpzl) nal ßaßtXetov xcä 6 zov ßaXßafiov naQctdeicog. **) Hellen. 3, 4, l: 'HgaSug zig SvQCMOöiog iv d>omx# iov pstu vavy.XrjQOv xivbg ■neu ISebv TQvqQHs üoivLcaag v.xX.