Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
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109 angewiesen ist, soll zugleich dafür gesorgt werden, dass auch der Opferritus ö 5 ö & & 5 der Juden. flüchtigere Leser diese Zeitpartikeln auf das vierte Jahrhundert vor Ch. zurückdatire und nicht etwa meine, das hier von den Opfern der Juden Erzählte gelte noch für die Zeit des Porphyrios, in welcher der jüdische Opferdienst längst aufgehört hatte. Ausserdem muss wohl einem Bibelkundigen wie Porphyrios (s. Anm. 1) bei der abermaligen Hinweisung auf den. ausgeschriebenen Autor die gerechtfertigte Nebenabsicht zugetraut werden, von vornherein sich gegen jeden Schein eigener Verantwortlichkeit für die folgenden Angaben zu verwahren, die ihm nicht minderes Bedenken als jedem jetzigen Kenner des Leviticus erregen mochten. Jedoch auf ein Nebeneinander von Wahrem, Halb verstandenem und gänzlich Falschem ist man bei allen nichtjüdischen Berichten über jüdische Dinge im Voraus gefasst; die Aufgabe, ein solches Gemenge in seine Bestandteile zu zerlegen, hat immer einen eigentümlichen kritischen Reiz;-und die vorliegenden Sätze aus Theophrastos erregen ein gesteigertes Interesse, weil sie die erste unzweifelhafte Erwähnung des jüdischen Volks innerhalb der griechischen Litteratur darbieten. Denn die Wenigen, welche noch heutigen Tages an der gewaltsamen Identification von Herodot's (2, 159; 3, 5) Kadytis mit Jerusalem festhalten, gewinnen dadurch nur eine höchstens um hundert Jahre frühere trocken geographische Erwähnung dieser Stadt, keine frühere sittenschildernde Nachricht über das Volk; und auch die wohl zahlreicheren Forscher, welche mit Josephus und Hugo Grotius (zu Lucas 3, 14) glauben, dass der epische Beschreiber von Xerxes' Zug gegen Griechenland, Chörilos*) aus Samos ein Zeitgenosse Herodot's, allerdings Kunde von den Juden verrathe, können doch für diese Ansicht keine über jeden Zweifel erhebende Nennung des jüdischen Volkes geltend machen, sondern nur eine umschreibende wiederum meist geographische Bezeichnung des cStammes, welcher phönikische Rede aus dem Munde entsendet, im csolymischen Gebirge wohnt am breiten See,* d. h. am todten Meere. Die theophrastischen Worte hingegen bekunden, trotz aller Ungenauigkeit der einzelnen Angaben, doch schon nähere Kennt- *) bei Josephus contra Apionem 1, 22; p. 200 Bek.: reo 5' om&ev Sießaivs yivoq •fraufiactov I8s6&cu, ylcoaaav fiev <&oLvia6av dico ato[idz<ov dcpiiircsg- (pV.SVV Ö' bV SoXvflOlS OQSGl 1zlcCT£7] Kit Xi{lV7].