Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 110)
- Language
- German
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108 Abstellung der einmal eingeführten, aber von der Vernunft verworfenen Thieropfer begreiflich zu inachen, glaubt er an die Eingebungen des Gaumens erinnern und den Einfluss desselben auch in der Wahl der Thiergattungen nachweisen zu müssen. Zu diesen Behuf zählt er die in Griechenland vorzugsweise geopferten Thiere auf (Z. 348): Ochsen, Kleinvieh (nqößaxa), d. h. Schafe und Ziegen, Hirsche, Vögel (oqvi&sc), d. h. nach griechischem Sprachgebrauch, Hühner, Mastschweine — eine Liste die von unseren sonstigen Nachrichten36) nur in dem Einen Punkte abweicht, dass sie für das Hirschopfer eine weitere Verbreitung zu bezeugen und es nicht auf vereinzelte Artemisculte zu beschränken scheint. Bei der Bevorzugung der. genannten Thierarten, meint nun Theophrastos (Z. 342—360), könne nur die Rücksicht auf die ihnen allen gemeinsame Schmackhaftigkeit leitend gewesen sein; nicht die Rücksicht auf Nützlichkeit, denn dann durften die Esel nicht fehlen (Z. 355); nicht die Rücksicht auf Sauberkeit, denn dann müsste man die Schweine streichen (Z. 349); endlich auch nicht die Rücksicht auf Nutzlosigkeit oder Schädlichkeit, denn wie käme es dann, dass nie ein giftiges Thier geopfert wird (Z. 344)? Die Entwicklung dieser Sätze, welche schon in dem was wir jetzt lesen, nicht allzu straff ist, muss in dem Original des theophrastischen Werkes an noch weitläufigerer Dehnung gelitten haben; denn die Annahme eines grösseren Ausfalls nach dvofisv (Z. 356) ist unabweisbar, da unter den cderartigen (twv toiovtwv Z. 357)3 Thieren, deren schonungslose Verwendung zu Tafelfreuden gerügt wird, nicht die nach der jetzigen Satzfolge unmittelbar vorhergehenden cEsel und Elephanten* gemeint sein können, sondern geniessbare Thiere, auf die also Theophrastos in der fehlenden Partie zurückgekommen war. Dass der Ausfall nicht durch eine zufällige Lücke unserer Handschriften, sondern durch absichtliche, freilich nicht vorsichtig genug ausgeführte Kürzung des Porphyrios entstanden ist, darf aus der bald darauf (Z. 362) wiederholten Nennung von Theophrastos' Namen geschlossen werden, welche wohl, wie in einem früheren (s. oben S. 58) Fall, den so eingeleiteten Abschnitt als einen wörtlich und unverkürzt aus Theophrastos abgeschriebenen von den benachbarten mehr excerptorisch behandelten Sätzen sondern soll. Durch die Stelle aber, welche dem Citat nicht am Eingang, sondern erst gegen die Mitte des Satzes nach den Worten cnoch jetzt (exi xal vvv Z. 362)