Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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99 c füglich für gottlos gehalten werde, wer gegen die Thiere, die ihm doch verwandt sind, Ungerechtigkeit verübt,1 fährt er fort: cdadurch "jedoch, dass einige Thiere wild sind, wird das verwandtschaftliche cBand noch nicht zerschnitten; denn nicht minder, ja in noch chöherem Maasse sind einige Menschen Unheilstifter für ihre Nächsten und werden von ihrem eigenartigen Naturell und ihrer .Bösheit wie von einem Windstoss getrieben (vgl. oben S. 81, Z. 295), cJeden, der ihnen begegnet, zu schädigen. Daher bringen wir cauch solche Menschen um, ohne jedoch deshalb unsere Beziehung czu dem nicht wilden Theil der Menschheit abzubrechen. In gleicher cWeise nun muss man, wenn auch einige Thiere wild sind, diese 'zwar als solche umbringen, so gut wie die ähnlich gearteten 'Menschen, ohne deshalb die Beziehung zu den übrigen zahmeren cThieren aufzuheben.J Im Zusammenhang der hiesigen Untersuchung bedarf es keiner angestrengten Aufmerksamkeit, um wahrzunehmen, dass diese Sätze ihren Gedanken nach identisch sind mit Z. 293—302 des Excerpts aus der Schrift Ueber Frömmigkeit, und dass auch die Wortfassung, obwohl sich die porphyrische Feder in einzelnen Wendungen und in dem zweimaligen Gebrauch der späten Wortbildung ayäaig verräth, doch jenen theophrastischen Perioden im Ganzen so nahe bleibt und in der hervorstechenden Metapher (ptgovrcci nqbq to ßXdnrsiv xad-ansq vno vivog nvo^c, so völlig mit ihnen zusammenfällt, wie es ohne Benutzung einer theophrastischen Vorlage nicht leicht möglich gewesen wäre. Und dieses von Zeller (Philos. d. Griechen 2, 2, 680), wie es scheint, nicht beachtete Verhältniss spricht gegen seine Annahme, dass Porphyrios im dritten Buch die Argumentation über^uie Verwandtschaft zwischen Menschen und Thieren der von Diogenes Laertius (5, 49) erwähnten theophrastischen Schrift cUeber Klugheit und Charakter der Thiere (Bsoi Zipwv <l>Qovq<T£(og Kai "HSovc)' entnommen habe. Denn alsdann müsste entweder Theophrastos in zwei Schriften die Vergleichung zwischen Verbrechern und wilden Thieren mit denselben Worten angestellt, oder Porphyrios müsste (i£v xovxovg, ov [dvcoi aito-AOitxopsv xrp> %qog xo tj(isqov 6%sav. ovxcag ovv} st nal läv Qpcav zivu ayqta, hsiva y&v (hg xoiavxa avaiqixiov KU&ditsQ xui xovg xoiovxovg äv&QcaTtovg, vqg 8h ngbg xa loina. %ai f}y,E()c6x£Qa c%£G£(og ov% ccTcoatazsov. k-xaxeQcav (so statt snaxsQtog) 8s ov8ix£Qct ßQcoteov, cag ov8s xovg äSixovg x<äv äv&Qcoitcov. 7*