Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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78 kein eigentliches Opferthier war, den Göttern geweiht wurden, nicht um die agynazcc,-welche z. B. Eumäos, als er zur Bewirthung seines noch unerkannten Herrn ein Schwein geschlachtet hatte, cden ewigen Göttern opferte (Odyssee 14, 446);J noch auch handelt es sich um die allbekannten Spenden beim Nachtisch; sondern in den unzweideutigsten Worten wird berichtet, dass es allgemeine (Z. 263 TtavTaq) Sitte sei, bei dem täglichen Mahle cwas auch auf den Tisch komme5 — also nicht blos von Fleischspeisen — cvor dem Genuss der einzelnen Gerichte3 — denn nur so wird man den Plural tcqo twv anoXavaswv Z. 263 verstehen können — von jedem derselben eine Gabe den Göttern zu weihen; sie sei zwar nur cklein,J aber trotz ihrer Kleinheit heisst es, habe sie ceine über Alles grosse Würde/ was in dem Zusammenhang dieser Argumentation, die, wenn sie nicht erlahmen soll, auf möglichst concrete Verhältnisse sich beziehen muss, wohl nur bedeuten kann, dass jener kleine für die Götter abgesonderte Speisetheil den Vorschriften des allerstrengsten Opferceremoniells unterlag, z. B. in Bezug auf Berührung seitens unreiner Personen, oder auch insofern die Weihung mit der Gebärde der Adoration begleitet ward, wie dies ja für die sogenannte Spende des guten Dämon ausdrücklich, < und zwar ebenfalls durch Theophrastos bezeugt ist in einem Bruchstück*) seiner Schrift cüber Trunkenheit.3 Wie manche Aufschlüsse nun auch über diesen religiösen Tischgebrauch der Hellenen noch zu wünschen und vielleicht aus anderen Quellen zu gewinnen seien, so wird doch die Glaubwürdigkeit der Nachricht, selbst wenn Theöphrastos ihr einziger Gewährsmann bleiben sollte, eben so wenig bezweifelt wie ihre Bedeutung für die Würdigung hellenischer Frömmigkeit unterschätzt werden dürfen. Und reich an ähnlichen wichtigen Thatsachen der Religions- und Cultusgeschichte war gewiss auch der im Original der theophrastischen Schrift nächstfolgende Abschnitt, welcher, wie Porphyrios' beklagenswerth lakonische Inhaltsangabe (s. unten S. 79, Z. 266) besagt, cmittels Anführung der in den einzelnen Städten geltenden altherkömmlichen Bräuche den Beweis cfür die früher (s. oben S. 40) aufgestellten Sätze lieferte, dass, *) -Athen. 15, 698e: QsocpQaazog iv ra IIsqI Mi&rjg'TÖv ochqoctov, qrrjoiv, otvov xbv hei tu dshtvm Si.86[ttvov, ov 8i} Isyovciv aya&ov Saipovog stvai 7tq6nooiv..... 7tQOGY.wqouvxs$ Xafißdvovaiv and t% TQaitstrjg.'