Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 79)
- Language
- German
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77 mochte es einer der weitestblickenden Beförderer jener Reform sein, welcher die Herzensreinheit an die Stelle des in den übrigen Tempeln üblichen Reinigungseeremoniells setzte und seinen hohen Gedanken in die liebliche Einfachheit dieser zwei Verse zu kleiden verstand. Ihr in deutscher Sprache auch von einem geübteren Uebersetzer wohl nicht leicht zu erreichender Reiz ist in der griechischen Fassung so gross 31), dass man ohne Verwunderung wahrnimmt, wie der christlich fromme Alexandriner Clemens, trotzdem ihm die grosse Anzahl ähnlicher Bibelverse bekannt war, doch von diesem Distichon sich besonders tief ergriffen zeigt. An zwei Stellen*) bezieht er sich auf dasselbe, nicht an solchen, wo er nur seine Collectaneen, zuweilen ohne Sonderung des Bedeutenden von dem Bedeutungslosen, an den Mann bringen will 5 sondern das erste Mal schreibt er die vollständigen Verse hin inmitten einer Darlegung seiner eigenen Lehre vom Glauben und der Liebe; wie seine dortigen Aeusserungen zeigen, konnte auch er die verzeihliche Neugierde nach dem Namen des Dichters sogar mit seinen zu Alexandria so reichen Hilfsmitteln nicht befriedigen; das zweite Mal verwebt er ohne ausdrückliches Citat die Schlussworte des Pentameters in eine der theophrastischen nicht unähnliche Besprechung des Verhältnisses äusserer zu innerer Reinheit. — Nachdem die Bemerkungen über die "Gesinnung der Opfernden (10 %wv d-vovzwv rj&ogf durch das epidaurische Epigramm einen so eindringlichen Abschluss erhalten haben, wendet sich die Argumentation zurück zu dem anderen Glied des an die Spitze gestellten antithetischen Satzes, zu cder Menge des Geopferten (vb xmv &vo- {.isvcov nXij&oq),3 und sucht die Meinung, dass der Gottheit nicht das Opfer von stattlichem Umfang fsvöyxip Z. 261) lieb sei, sondern das geringe, als eine unbewusst von jedem Hellenen gebilligte zu erweisen, abermals durch Berufung auf einen täglich in jedem Häusstand beobachteten Brauch, für welchen freilich kein Zeugniss von gleicher Tragweite wie dies theophrastische bisher sich hat entdecken lassen. Denn es handelt sich liier nicht um die Erstlingsstücke, die von jedem geschlachteten Thiere, auch wenn es *) Strom. 5, 1; p. 652 P.: v.al rovto r\v o yivi^uzo oßzig uqcc i\v ixsivog 6 irnygatpccg %ij siaoSca tov Iv 'EitiäavQqi vsä' ayvov %9V KT^- — 4» 22; p. 628: xai zovro (isv ovfißolov %üqiv yivsß&ai [cpaGiv], ro l'loo^av raxoaftqG'd'cu zs xcä iflvL- G&cu, ccyvsiu ä' h'axi (pqovslv ooiu. Vgl. Anm. 22.