Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 77)
- Language
- German
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75 die zum Opfer tauglichen, verhältnissmässig selten seien (Z. 162 bis 171), und das grössere Gefallen der Gottheit an einfachen Opfern erhärtet er durch eine Orakelerzählung, deren anmuthige Einkleidung (Z. 1.74—180) noch mehr ins Licht gesetzt wird durch den Contrast mit der Nacherzählung des Hierokles. Dieser Pythagoreer des .fünften Jahrhunderts n. Ch., welcher seinen Scharfsinn daran verschwendet hat, in die unverbundenen Sprüche der jetzt unter dem Titel cGoldene Worte (Xqvgu "Ejatf* gehenden Sammlung einen systematischen Zusammenhang hineinzudeutein, knüpft an die Aufforderung des ersten Verses*) derselben, die Götter zu ehren, eine Abhandlung über Opfer, welcher er das cApophthegma des pythischen Gottes3 in folgender Fassung einverleibt: cEinem, cder Hekatomben mit nicht frommem Sinn geopfert hatte und fragte, cwie der Gott seine Geschenke aufgenommen habe, antwortete er: ccAber den Weihrauch lieb' ich von Hermioneus dem Berühmten33 cund gab somit dem Geringfügigsten, weil es mit frommer Gesinnung geziert war, den Vorzug vor so grossem Aufwand/ Hier wird durch überlautes Hervorheben der frommen Gesinnung, welche dem Opferer der Hekatombe ausdrücklich abgesprochen und seinem Rivalen eben so ausdrücklich beigelegt ist, der ganze Vorgang verflacht und unbrauchbar gemacht für den Zweck des Theophrastos, der die geringere Gottgefa-lligkeit des Opferaufwandes an sich darthun will 5 nach solcher Vergröberung kann es dann nicht mehr auffallen, dass bei Hierokles jede Spur verschwunden ist von der artigen Spitze, in welche Theophrastos die Anekdote dadurch auslaufen lässt, dass der Hermionenser in freudiger Erregung über die gute Aufnahme seiner Paar Körner sich durch Ausschütten des ganzen Sackes noch beliebter zu machen glaubt und wegen dieser Verkennung der göttlichen Absicht auch des bereits erlangten Lobes verlustig erklärt wird. — Mit geschickter Wendung schafft sich .dann Theophrastos einen Ansatz zur weiteren Entwickelung seiner Gedanken, indem er nur eine Nutzanwendung aus dem Götterspruch zu ziehen scheint; ihr griechischer Wortlaut stellt mit wohl erstrebtem, aber nicht den Eindruck des Gesuchten machendem *) p. 421 (der Mullach'sehen Ausg. in phil. frag.'): icgoq xov biaxo^ßctg froauvra fij] yax' svasßovg yv(6(trig «oft itvv&avoptvov itäg tfij otpofföeSeyftevog t« ituQ avrov SöÖQa anfMQivazo 'uV.ü (toi avaSs %6v8Qog ayaytXvrov 'Eqiuovjjos' w svxs- XeeraTov itgo^ivcav zrtg zoaavzrjg noXvzeUiag ort 8rj dsoaaßu yvtoprj x«£oöjtijra.