Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
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74 Libationen zuerkennt und sie der Oel- und Weinspende als die einfachere vorzieht (s. unten S. 79). — Eine dritte Reihe von syllogistischen Beweisen gegen die Thieropfer (Z. 159—173) wird aus dem Satz entwickelt, dass ein wohlfeiles und jederzeit bereites Opfer von der Gottheit günstiger als ein kostspieliges und seltenes aufgenommen werde und vor diesem schon deshalb den Vorzug verdiene, weil es eine ununterbrochene Bethätigung der Frömmigkeit in allen Kreisen der Bevölkerung ermögliche f7vg6g avvsxv svöeßsiav avvzeXsl xal nqbg %qv anccvtav 7i. 171). Auf die letztere praktische Folge seiner-Opfertheorie legte ohne Zweifel Theophrastos ein vorzügliches Gewicht. Während die mit Thieropfern verknüpften zeitraubenden Zurüstungen und Kosten den Cultus immer mehr zu einer Sache des Staates, der Priester und der Reichen gemacht und auf vergleichsweise seltene Festzeit.en beschränkt hatten, will der Philosoph durch Vereinfachung der Cultushandlungen sie aus Staats- und Priesterbanden befreien und als eine Angelegenheit jedes Einzelnen zugleich verallgemeinern und verinnerlichen. So hebt denn auch ein von Stobäus*) aufbewahrtes theophrastisches Bruchstück diesen Punkt mit folgenden nachdrücklichen Worten hervor, welche den Schluss einer längeren Auseinandersetzung gebildet haben müssen: cWer also wegen seines 'Verhaltens zur Gottheit Lob ernten will, der muss sich opferfreudig nicht dadurch zeigen, dass er Vieles opfert, sondern dadurch, edass er häufig die Gottheit ehrt; denn Jenes ist nur ein Zeichen cvon Wohlstand, dieses aber von Gottergebenheit/ Sicherlich hatte Theophrastos auch in unserer Schrift über Frömmigkeit diese Gedanken mit einer ihrem Gehalt entsprechenden Ausführlichkeit dargelegt, und die unbeweisbare Vermuthung. ist doch recht annehmbar 31)5 dass m einem Abschnitt eben der Schrift über Frömmigkeit, welchen Porphyrios als unergiebig für seine Zwecke überging, das von Stobäus ausgezogene Bruchstück ursprünglich seinen Platz hatte. In den hier vorliegenden Syllogismen begnügt sich jedoch Theophrastos, die Häufigkeit des Opferns am Anfang und Schluss (Z. 161 u. 172) zu betonen; mit einer verweilenden Rechtfertigung versieht er nur die Behauptung, dass Thiere, wenigstens *) florileg. 3, 50: %QV roivvv rbv [isllovra &av[jittO{hqaeGQ'(u icsqI tb fretov rpdo- 9vzr}v shat [irj na icoXlu &velv allä rä nvxva ztpäv zö ftstov. xo (iev yu$ svitOQias, xo 8' böwxrftos orjfiHov.