Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
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70 handschriftliche Ueberlieferimg Gsönoimoc, als unantastbar, so ist damit zugleich ein neuer Beleg gewonnen für die Richtigkeit der freilich durch die dargelegte Satzverbindung schon hinlänglich gesicherten Abgrenzung der theophrastischen Excerpte. Denn dass Theophrastos je in friedlicher Absicht, wie es hier geschehen würde, längere Stellen aus Theopompos mit ausdrücklicher Nennung seines Namens entlehnt haben sollte, ist bei den heftigen Fehden, welche zwischen der isokrateischen und der peripatetischen Schule bestanden, schwer denkbar. — In gleicher Weise würden, auch wenn jener Fundamentalbeweis aus der Satzverbindung gemangelt hätte, schon die Citate aus den Dichtern der mittleren und neueren Komödie Antiphanes undMenander (Z. 218—229) den nichttheophrastischen Ursprung des sie umgebenden Abschnittes angezeigt haben; denn Antiphanes war ein Zeitgenosse, Menander gar ein Schüler des Theophrastos, und auch die Art, wie die nicht eben erlesenen Citate blos aufgereiht, aber nicht verwerthet sind, sticht gar sehr von Allem ab, was einem der besten Zöglinge des Aristoteles zugetraut werden darf; die wirklich theophrastischen Citate aus Hesiodos, welche oben (S. 57 Z. 70) vorkamen, und die aus Empedokles, welche uns weiterhin begegnen werden, sind ganz anders in den Fortschritt der eigenen Rede hineingezogen; hier verräth Alles den späten, seine Sammlung von cschÖnen Stellen3 ausschüttenden Grammatiker. — Und vielleicht gelingt es, sogar den Namen des Spätlings zu ermitteln, welchem Porphyrios den mannigfaltigen Inhalt dieses zusätzlichen Abschnittes verdankt. Z. 240 beruft er sich auf Schriftsteller über Cultushandlungen und Opfer (ol Ss Ta nsqi tcöv Isqovqyiwv ysygayözsg xal ■&v<xia)vj, welche besondere Genauigkeit bei Darbringung von Opferfladen (nonava) empfehlen/ Der Plural in diesem Citat kann Niemanden irren, der die Weise der Compilatoren kennt; wenn sie ihre Quelle offen zu nennen nicht bequem finden, lieben sie es den Einen, welchen sie ausschreiben, gleichsam mittels eines Majestätsplurals zu vervielfältigen und zu verstecken; und sobald ein nach den chronologischen und den übrigen Verhältnissen passender Schriftsteller auf gefunden .ist, der ein Werk unter dem keineswegs häufigen Titel IJsqI 'IsQovgyiwv verfasst und darin die Opferfladen eingehend Sylburg eingefügten Worte fehlen in den Handschriften] nsql diHaio6vmjg xal ivasßslas »al räv aileov ägetcbv TtoXkovg xal Malovg 8i£(-£Q%6(isvog Xoyovg.