Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2720904-2720933-2720934--0687-2721929- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
69 an den Rand der theophrastischen Erzählung von dem Hermionenser Zusatz des Porphvrios. (Z. 176), zu welcher er die ähnlichen von dem Arkader Klearchos und dem Delpher Dokimos als Parallelen fügen wollte; und bei der Reinschrift, die er schwerlich selbst besorgte, ward es dann versäumt, die nöthigen überleitenden Wendungen anzubringen. Hiernach bedarf es wohl nicht mehr vieler Worte um einen Irrthum zurückzuweisen, in welchen Ruhnken gerieth, weil er auf die Scheidung des Porphyrischen von dem Theophrastischen nicht bedacht war. Er will nämlich seine oben (S. 38) erwähnte und dort zu einem richtigen Resultat führende Bemerkung, dass die Namen Osöno^inoc und &s6(pQaazoc in den Handschriften verwechselt werden, auf die ersten Worte des fraglichen porphyrischen Zusatzes ausdehnen und statt xa na^anX^ma ök xal Ssonofinoq tcroQijxsv (Z. 182) schreiben QsoyQctGTog. Er hat dabei nicht erwogen, dass die Erzählung von dem-Hermionenser, an welche Porphyrios eine cähnliche3 knüpfen will, ja aus Theophrastos stammt, mithin der Schriftsteller, der cauch etwas Aehnliches" erzählt, doch nicht wiederum Theophrastos sein kann. Auch wer- Theoden Jedem, der aus den Charakteristiken der Rhetoren und aus pompos" den zahlreichen Bruchstücken die Schreibweise und Erzählermanier des Theopompos kennen gelernt hat, deutliche Spuren derselben in der vorliegenden Anekdote entgegentreten*, sie zeigt durchweg jene glatte Breite, welche der isokrateische' Geschichtschreiber von seinem Lehrer als Erbtheil überkommen hatte, und hur wo seine politische Parteigängerei ihn erhitzte, mit eleganter Invective zu vertauschen pflegte. Getrost dürfen wir also dem Osonopnos der porphyrischen Handschriften trauen und die langgesponnene Erzählung von dem arkadischen Kleinstädter, der den üppigen Asiaten über die wahre Gottes Verehrung belehrt, als den Rest einer der vielen Episoden betrachten, durch welche dem Theopompos sein nur die philippische Zeit behandelndes Hauptwerk zu achtundfünfzig Bänden von durchschnittlich zweitausend Zeilen30) anschwoll; dass er sich in diesen Abschweifungen wie über andere Tugenden, so besonders über Gerechtigkeit und Frömmigkeit verbreitete, bezeugt Dionysios von Halikarnassos*). Erweist sich demnach die *) epist. ad Pompeium 6: izuvzu 8rj tavra {plicata tov 6vyyqacp£cag (des Theopompos) ' vMti itQOs toütois oaa cpäooocpEZ «ap' olrpz rrjv. l6T0Qiav [die zwei letzten von