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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 62

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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IRI
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60 (s. Anm. 22) sattsam bekannten neuplatonischen. Die jedes altertümlichen Hauches baren Verse reden den Abkömmling eines Priestergeschlechts an, welcher den wohl in der klassischen Zeit nicht vorkommenden Eigennamen Episkopos trägt-, sie wollen von einer Weisung des delphischen Gottes, der nur das gutwillig dem Tode sich darbietende Lamm zu opfern gestattet habe, die Sitte herleiten, dass man ein Kopfnicken des Opferthieres abwartete, bevor man es niederschlug; ein solches nickendes Zustimmen wurde bekanntlich29) auf höchst einfache Weise dadurch herbeigeführt, dass man dem Thiere das Weihwasser in das Ohr goss. — Ferner wird die Erzählung von dem Ursprung des Dipolienopfers, welche hier zu wenigen Zeilen (99—102) zusammenschrumpft, später (p. 100—102) in anmuthiger Ausführlichkeit, mit abweichenden Einzelheiten und in theophrastischer Umgebung wiederholt. Da sie, schon wegen der sachlichen Abweichungen, nicht an beiden Stellen von Theophrastos herrühren kann, so muss man geneigt sein, die von Porphyrios hier, wo er den Theophrastos auch sonst verlässt, mitgetheilte Fassung auf eine andere als theophrastische Quelle zurückzuführen. — Endlich ist die Nutzanwendung, in welche das ganze Stück ausläuft, eine nur der Tendenz des Porphyrios wesentliche. Die theophrastische Schrift nämlich, deren Hauptgegenstand die Frömmigkeit war (s. oben S. ^8), besprach die Thieropfer um ihrer selbst willen und durfte höchstens in Nebenbemerkungen den Genuss der Fleischspeisen widerrathen-, Porphyrios hingegen hatte die Bekämpfung der animalischen Nahrung zum Thema gewählt und war nur durch die Einwürfe des Neapolitaners Clodius genöthigt worden, auch auf die Opferfrage sich einzulassen (s. oben S. 33); damit dem Leser das Hauptthema stets gegenwärtig bleibe, musste es ihm also passend erscheinen, die Excerpte aus Theophrastos' geschichtlicher Darstellung der Opferentwickelung mit Hinblicken auf die praktische Speisefrage zu begleiten. Das thut er denn auch in folgenden Sätzen, deren schwerfälliger Ausdruck und periodologische Verrenkung zugleich von stilistischer Seite her jeden Gedanken an Theophrastos ausschliesst (Z. 105): 'Nachdem man in Hungersnoth lebencdige Geschöpfe als Speise gekostet hatte, brachte man auch davon 'eine Weihgabe, weil man gewohnt war, sie von der Nahrung darzubringen. Daher kann das Opfern, da es nicht älter ist, als die

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