Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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58 nichts enthält, was als doppelter Anlass den göttlichen Zorn hätte hervorrufen können. Eben so wenig ist aus der jetzigen Folge der Sätze zu ersehen, auf welche vorher bestimmte Zeit das Demonstrativum in den Worten xaz' ixsTvov xbv %qovov Z. 67 hinweist. Es tritt also deutlich zu Tage, dass Porphyrios zwischen Z. 57 und 58 grössere Ausführungen des Theophrastos unterdrückt hat, und eben deshalb war wohl die wiederholte Nennung des Namens Z. 58 nöthig erschienen, um die Wörtlichkeit und Vollständigkeit des mit Z. 58 beginnenden Abschnittes gegenüber dem durch Auslassungen und Zusammenziehungen gekürzten Schluss des vorigen hervorzuheben. Als theilweiser Inhalt des Verlorenen lässt aus den Rückbeziehungen in dem Erhaltenen sich erkennen eine an die Sage von den vier Weltaltern anknüpfende Schilderung einer Periode der Menschengeschichte., in welcher die fromme Einfalt früherer Zeiten von den beiden Extremen des zu viel und zu wenig Opferns verdrängt wurde-, innerhalb dieser Schilderung war dann gesagt, dass die Gottheit über cdieses Beides3 ergrimmte, und auf jene, wie immer chronologisch umschriebene, Periode einer sinkenden und missleiteten Frömmigkeit deutet Theophrastos zurück, wenn er die Thoer cin jener Zeit (xa%^ ixslvov tov %qovov Z. 67)3 vertilgt werden lässt. Eine solche in die vorgeschichtlichen Weltalter weisende Zeitbestimmung fehlt, und auch nähere geographische Angaben, wie er sie bei den götterlosen Thoern (s. oben S. 36) macht, muss Theophrastos überflüssig gefunden haben bei ihrem Gegenbild, den durch Menschenopfer in Kannibalismus verfallenden Bassarern-, die fragende Wendung ferner, welche ihren grässlichen Cultus und dessen vernichtende Folgen für allbekannte Dinge erklärt (zk ovx axyxosv Z. 81), mag als rhetorische Nuance noch so wenig streng genommen werden, jedenfalls zeigt sie, dass Theophrastos nichts Entlegenes und Verstecktes vorzutragen meint. Trotzdem ist bisher nicht einmal der Name einer bassarischen Völkerschaft sonst nachgewiesen-, mit Wahrscheinlichkeit verlegt jedoch Lobeck (Aglaoph. 293), an Bassareus, den.Beinamen des Dionysos im thrakischen Talar erinnernd, ihre Heimath nach Thrakien-, und da dort auch die Thoer zu Hause waren, so hätte das den Hellenen am nächsten benachbarte Barbarenland dem Theophrastos Beispiele für beide das Opfern betreffende Extreme geliefert. — Welche weitere Anwendung er von diesen Erzählungen