Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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54 welchen Gründen, auf die cEichelperiode,3 also auf ein kärgliches Leben, deutete, steht eine andere zu Theophrastos' Gebrauch stimmende entgegen, nach welcher es ein cLeben in Hülle und Fülle3 bezeichnet; und in diesem Sinne wird es auch von dem Komiker Amphis (Athen. 14, 642a), einem Zeitgenossen des Theophrastos, angewendet. Etymoio Wie der Alten überhaupt so verdienen auch Theophrastos' gien' Ableitungen der Sprichwörter zwar kein unbedingtes, aber doch ein viel grösseres Vertrauen als seine Ableitungen der Wörter. Je ernstlicher die peripatetische Schule den richtigen und verheissungsvollen Gedanken, dass die Geschichte eines Wortes zugleich ein Stück Geschichte der Nation ist, auf den verschiedenen Gebieten der Forschung verfofgte, in desto häufigere und wunderlichere Irrthümer musste sie verfallen bei dem Mangel der wahren etymologischen Methode, welcher erst durch die Entdeckungen unserer Tage beseitigt wurde und die Jahrhunderte der alten wie der neuen Zeit, die speculativen Philosophen mit Piaton an der Spitze wie die zünftigen Sprachmeister bis auf Hemsterhuys und Valckenaer herab, zu gleich arger Thorheit verführt hat. Kaum fällt es uns noch auf, dass selbst der sonst allem Spielen abholde Aristoteles, sobald er etymologisirt, in die regelloseste Spielerei geräth und z. B. alles Ernstes alwv von asl wv und al&^Q von asl &siv herleitet; um so wilüger entschuldigt man es, dass Theophrastos hier (Z. 23 und 55) den dunkeln Ursprung des Wortes agw^ia auf ccqaa&ui in der Bedeutung buchen3 zurückführt und seine Entstehung in die Zeit verlegt, da die Anhänger des alten Opferritus den damals neumodischen Weihrauch verfluchten. Höchstens verweilt man einen Augenblick bei dem Gedanken, was Theophrastos wohl entgegnet hätte, wenn Jemand, Spiel mit Spiel vergeltend, ihm die Ableitung vonagäd&ai zugegeben, aber den. leicht zu führenden Beweis angetreten hätte, dass die Grundbedeutung dieses Wortes nicht 'fluchen/ sondern ""beten3 sei, mithin äga^ia nicht cdas Verfluchte,3 sondern cdas zum Beten Gehörige3 bezeichne. — Einer solchen Bestreitung des Unsichern durch nicht viel Sichereres hat die hier Z. 31 eingewobene Etymologie von ovXo%vzai Buttmann in einem vielgenannten Abschnitt seines Lexilogus (1, 191) unterzogen. Die absichtliche Art, wie Theophrastos das alte Wort dem Schroten und Malen gegenüberstellt, zeigt klar genug, dass er