Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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50* Dort werden nach guten27) griechischen Quellen die Meinungen der Philosophen über den Ursprung des Menschengeschlechts gesammelt. cFür ewig, heisst es, haben dasselbe der Stagirite 'Aristoteles, Theophrastos und noch viele andere namhafte Pericpatetiker in ihren Schriften erklärt; die Frage nach dem ersten fMenschen haben sie als eine unlösbare gleichgestellt der Frage cob Henne oder Ei das Frühere sei, da weder Henne ohne Ei noch cEi ohne Henne entstehen könne. Ueberhaupt gebe es für alle cDinge, die in dieser ewigen "Welt ewig waren und ewig sein wercden, nicht einen Anfang, sondern nur einen Kreislauf des Zeugens cund Entstehens, innerhalb welches Kreislaufes jedes Geschöpfes cAnfang zugleich als ein Ende und jedes Ende zugleich als ein cAnfang sich ansehen lasse/ Hat nun Theophrastos, wie Aristoteles, keine schlechthin ersten Menschen anerkannt, sondern nur gerettete Flüchtlinge aus einer früheren durch Ueberschwemmung vernichteten Menschheit an die Spitze jeder neuen Erd- und Civilisationsepoche gestellt, so kann es nicht länger Wunder nehmen, wenn wir ihn in unserem Abschnitt der Schrift Ueber Frömmigkeit einen Zustand schildern sehen, in welchem zwar der völlig entwickelte Mensch zu den Himmelslichtern aufblickt und sie als Götter ehrt, die Erde aber von der eben überstandenen Katastrophe noch so zerrüttet und entkräftet ist, dass die Vegetation auf Kräuter beschränkt bleibt. Bei dem so hervortretenden Einklang zwischen der aristotelischen Lehre und allen Hauptpunkten der theophrastischen Darstellung erregt nur ein Nebenpunkt derselben, freilich kein unwichtiger, Bedenken, ob er dem Sinne des Aristoteles entspreche. Nach den oben (S. 45) mitgetheilten Worten der Schrift über die Zeugung der Thiere hat Aristoteles wenigstens die höheren Thiergattungen, cdie Vierfüssler,3 ,dem Menschen hinsichtlich aller die Urzeugung betreffenden Fragen durchaus gleichgesetzt; wenn er also Urzeugung des Menschen verwarf und, um die regelmässige Fortpflanzung des Menschengeschlechtes nicht zu unterbrechen, bei exemplo dicünt quod negant omnino posse reperiri, avesne ante an ova generata sint, cum et Ovum sine ave et avis sine ovo gigni non possit; itaque et omnium, quae in sempiterno islo mundo Semper fuerunt futuraque sunt, aiunt principium fuisse nullum, sed orbem esse quendam genevantium nascentiumque, in quo uniascuius-■ que geniti initium simul et ßnis esse videatur. .