Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
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'49 Dort heisst es von den tiefsinnigeren Sprichwörtern, an denen das griechische Volk so reich war, sie seien cUeberbleibsel alter, in 'grossen Vertilgungen des . Menschengeschlechts untergegangener Forschung, die wegen ihrer handlichen Kürze sich erhalten hätten/* Für eigentümlich aristotelisch darf nun in der Lehre, welche aus der Zusammen Ordnung dieser versprengten Aeusserungen sich ergiebt, nur die systematische Abrundung und die dogmatische Verwendung angesehen werden; alle einzelnen Sätze fand Aristoteles für diesen wie für so viele andere Theile seines Lehrgebäudes bei Piaton. Eben in jener oben (S. 46) benutzten Stelle der 'Gesetze,* welche von dem jungen Alter der meisten Künste redet, wird auch, um den Ursprung der jetzigen Civilisation zu erklären, Untergang einer früheren Menschheit durch Ueberschwemmung und Rettung weniger ärmlicher Bergbewohner angenommen, die in der Fluth alle Geräthe "und Werkzeuge verloren hatten und bei der vollständigen Vernichtung aller in der Ebene belegenen Sitze der früheren Bildung mit ihren gleich dürftigen geistigen wie äusseren Mitteln aus kümmerlichen Funken fnixqa t,(67ivqa) die Lebensflamme der Menschheit von Neuem erwecken mussten. Aber bei Piaton, der an eine Weltschöpfung glaubt oder sie nur dichtet und der die Gleichzeitigkeit des Menschen mit der Welt als offene Frage *27) behandelt, soll jene farbenreich ausgeschmückte Hypothese blos ein vereinzeltes geschichtliches Problem lösen-, ihre Verknüpfung einerseits mit den periodischen Umwälzungen der Erdoberfläche, welche den Kern der peripatetischen Naturlehre bilden, andererseits mit der Weltewigkeit, auf welcher die peripatetische Metaphysik ruht, ist das Werk erst des Aristoteles; und dass über einen Punkt von so grundlegender Bedeutung für das gesammte System Theophrastos nicht anders als Aristoteles dachte, würde nach der sonstigen Stellung des treuen Schülers zu seinem grossen Lehrer geglaubt werden müssen, auch wenn nicht ein ausdrückliches Zeugniss für diese Uebereinstimmung vorläge in dem zwar sehr späten, aber sehr vortrefflichen Büchlein des Censorinus*) über den Geburtstag. (so mit einer marcianischen Handschrift statt (pdoaocplag) Iv xalg (isyi6taig ccv&q<bneov (p&OQaTg aTtolopkirrig iy7taralsl[i}iata 3teQiß<od-ivtcc diu Gvircopictv nal ösI-loviqza. S. Anm. 27. *) 4, 3; Aristoteles quoque Stagirites et Theophrastus multigue praeterea non ignobiles peripatetici idem [semper humanuni genus fuisse] scripserunt. Eius quaeri 4