Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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48 cdern auf das Gute. Die ersten Menschen, mögen sie als Erdencsprösslinge entstanden oder aus einer Vernichtung entronnen sein, cwaren zweifelsohne wenige ,■ alltägliche und geistig unentwickelte cLeute; es wäre daher ungereimt, an ihren Ansichten festzuhalten/ Weil Aristoteles hier nicht durchaus in eigenem Namen redet, lässt er für die Entstehung der ersten Menschen in der Evolutionstheorie eine Alternative offen. Da jedoch aus der Schrift über die Zeugung der Thiere hervorgeht, wie wenig er selbst an die cErdensprösslinge3 glaubt, so bleibt als seine eigene Meinung die andere Alternative zurück, welche schlechthin erste Menschen gar nicht gelten lässt und in den relativ, für jede einzelne Civilisationsepoche, ersten entronnene Ueberbleibsel einer früheren vertilgten Menschheit sehen will. Die Anlässe zu solchen oft wiederholten Untergängen des Menschengeschlechts ergaben sich ihm aus seiner geologischen Annahme einer periodisch wiederkehrenden Umwälzung der Wasserverhältnisse-, und wie er mittels dieser Lehre die Ewigkeit des Menschengeschlechts gegen die von den Erfindungen hergenommenen Einwürfe schützte, liegt erstlich in der oben (S. 44) berührten Stelle der Metaphysik zu Tage, wo er seine Sphärenlehre an den ältesten Völkerglauben anzuknüpfen versucht und etwaiger Verwunderung über einen derartigen Aristotelismus vor Aristoteles durch folgende Schlussbemerkung*) vorbeugt: cAlles /führt darauf, dass jede Kunst und jedes philosophische System oftcmals entdeckt und nach Möglichkeit ausgebildet worden, dann aber cwieder untergegangen ist; demnach darf man glauben, dass auch cjene richtigen Grundgedanken der Mythologie gleichsam als Reste cder früheren geistigen Entwickelung in die jetzige Zeit herübergerettet worden.3 Und dass unter diesem mehrmaligen ""Untergang3 der Künste und Wissenschaften nicht eine blosse Stockung der geistigen Regsamkeit gemeint sei, sondern eine Vernichtung der gesammten Civilisation in Folge einer Menschenvertilgung, lehrt eine in dieser Hinsicht bestimmtere, sonst aber fast wörtlich gleichlautende Stelle, welche aus einer verlorenen aristotelischen Schrift die Perle aller Bischöfe, der wackere Synesios ****), aufbewahrt hat. *) Metaphys. 12, 8; p. 1074b 10: v.(txa xd siv-dg nolld-nig svgrjfisvqg stg xd dvvaxbv, hv.a6xr\g xtti xk%vr\g nal cpdoaorpiag nal italiv (p&siQOiikvcov v.al xccvxag xag dol-ag iyiSLvav olov IsLtyava mfcpiGsotöoflm (1£%ql xov vvv [vo(ii6£is xig äv]. **) encum. calvit. 22: nzgl cov [ttagoifucov] ^icroT&Tjg tpv\<siv oxi nakaiag bIgiv IcxOQiag