Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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38 verschriebenen Namen 0s6nof.i7iog zu dem richtigen OsöyQacfioQ timgeschrieben hat auf Grund der Parallelstelle des Photios und des nicht minder beweiskräftigen Umstandes, dass von einer Schrift des Theopompos Ueber Frömmigkeit nirgends eine Spur zu entdecken, wohl aber in dem Verzeichniss von Theophrastos' Werken bei Diogenes Laertius (5, 50) ein einbändiges JIsqI Evasßüag aufgeführt ist. Vielleicht darf man annehmen, dass schon das überaus häufige Vorkommen des Wortes svctßsia in den porphyrischen Excerpten aus Theophrastos und die unverkennbare Absichtlichkeit, mit der dort Alles auf diesen Begriff zurückgeführt wird, einen aufmerksamen Benutzer des Katalogs bei Diogenes Laertius, auch ohne den Beistand des aristophanischen Scholiasten, in Jleql Evasßsiac, den Titel der excerpirten Schrift hätte erkennen lassen; aber in der philologischen wie in der übrigen Welt wirken zehn richtige Schlüsse weniger als Ein sicheres Zeugniss; und erst nachdem ein solches diesen Titel beglaubigt hat, darf ohne Furcht vor Widerrede darauf hingewiesen werden, dass auch Porphyrios die höchst einfache compilatorische Procedur befolgt, die aus Cicero's und anderen antiken wie modernen Lehnschriften genugsam bekannt ist. Weil Porphyrios nämlich nach der Grundeintheilung seines Thema's (s. oben S. 14) im zweiten Buch von der Frömmigkeit (svaäßsia) handeln musste, so hat er sich zur Abfassung desselben aus seiner und seiner Freunde Bibliotheken die älteren UsqI Evaeßsiac betitelten Schriften zusammengesucht; seine Einsicht und eine bei den Neuplatonikern seltene Neigung für historische und antiquarische Studien Hessen ihn aus dem gewiss nicht kleinen Bücherhaufen die Schrift von Aristoteles' Lieblingsschi'iler erwählen und so reichlich aus ihr schöpfen, dass nun diese theophrastischen Excerpte umfänglicher als irgend ein anderes in seinem Werke ausgefallen sind und uns durch Mannigfaltigkeit des Inhalts einigermaassen entschädigen für den Verlust so vieler religions- und eulturgeschichtlicher Arbeiten, welche aus dem Kreise der älteren Peripatetiker hervorgingen. Damit jedoch dieser weitergreifende philosophische und geschichtliche Werth der theophrastischen Reste bequemer dargelegt und ihre Loslösung von Porphyrios' Zuthaten übersichtlicher vollzogen werde, scheint es gerathen, den erläuternden Bemerkungen die bezüglichen Abschnitte des Textes voraufzuschicken in griechischer von Abschreiberfehlern25) möglichst