Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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33 von Seiten der Frömmigkeit (svösßeia) prüfen, mit besonderer des} Rücksicht auf Clodius' Einwand, dass die von den Göttern in Ora- 5 kein und sonstigen Geboten verlangten Thieropfer mit der pythagoreischen Blutscheu in Widerspruch ständen (s. oben S. 12). Lösen kann Porphyrios den Widersprach so wenig wie ihn leugnen; es bleibt ihm daher nur der Ausweg, die blutigen Opfer als eine nicht angemessene Form der Götterverehrung zu verwerfen. Muthig betritt er auch diesen Weg-, nicht die Götter, lehrt er, und nicht die guten Dämonen verlangen Blut-, beiden genügen die cErstlinge dessen, was des Menschen Leib und Seele *) nährt*: die reine Feldfrucht, das ehrerbietige Wort, der lautere Gedanke. Angenehm ist das rauchende Blut und der Brodem des brennenden Fleisches nur den bösen Dämonen, welche über die körperlichen, schlimmen wie guten, Dinge gesetzt sind (p. 111, 8)-, daher wird der cverständige und massige Mann (avvsToc, ccv^q xal amcpQOJv p. III, 1),* welcher alles Körperlichen sich entschlägfc, und weder die Wohlthaten der bösen Dämonen zu begehren noch ihre Rache zu fürchten braucht, solche Opfer unterlassen, bei denen er aus dem Verkehr mit den höheren Götterwesen heraustreten und an die Geister des niedrigsten dritten Ranges sich wenden müsste; statt Thiere den bösen Dämonen zu schlachten, wird er dem höchsten Gott nur das stille Opfer seiner Gedanken und den geistigen Mächten der zweiten Ordnung nur das laute Opfer des Lobgebetes darbringen. Durch eine solche Lehre tritt nun Porphyrios nicht nur in den schneidendsten Gegensatz zu allen öffentlichen heidnischen Culten seiner Zeit; auch die Mehrzahl seiner neuplatonischen Genossen zogen aus der dreistufigen Rangordnung der Götterwelt, welche allerdings als ein Angelpunkt des neuplatonischen Systems auch von ihnen anerkannt wurde, , doch keineswegs eine die Thieropfer so tief bis zu den bösen Dämonen herabsetzende Folgerung; ja, Porphyrios selbst hatte in früheren Schriften22), von denen uns noch umfängliche Reste erhalten sind, den Thieropfern eine ganz andere Bedeutung beigelegt und es nicht verschmäht, die Einzel- *) p. l\9y 27: ol uyu&ol [8ai(iovsg\ ovn ivoxhq6ovGiv rt[iiv artUQ%otihoig ix fiovmv oliv icd-io(iBv v.al TQsyofisv rj to ßäpa. ij ttjv ipvx^v. p. 104, 19: vorfcoig . . . &sotg tfSrj nccl xrjv «t rov Xoyov vfiveodiav itQoa&ecsov. p. 104, 12: dict Giy/Jg Tta&UQäg v.al xmv nsQi avtov ■x.ccQ'ttQtav iwoiäv &qrffiY.svoiti.v avxov (den höchsten Gott, vgl. Anm. 3). 3