Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2720904-2720933-2720934--0650-2721892
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Jovianus Porphyrios' Werk und besonders dessen viertes Buch plündert, verdanken wir eine Vorstellung 21) von der Art wie Porphyrios seine Zeugenreihe aus den Urzeiten der griechischen Bildung bis in die Periode der entwickelten Philosophie hinab-- fahrte. Danach war er von den alten Gesetzgebern zu den theologischen orphischen Gedichten übergegangen und hatte, gewiss mit nicht kärglicher Hand, die jetzt auch für einen Lobeck nicht mehr auffindbaren Verse eingestreut, in welchen cOrpheus seinen vollen Abscheu vor dem Fleischessen ausspricht.1 Bei den systematischen Philosophen angekommen, fand Porphyrios durch seine biographischen Studien über die Häupter der älteren Schulen brauchbares Material in Ueberfluss zur Hand; nach den Spuren bei Hieronymus darf man glauben, dass er ausser von Sokrates, dem schon seine mit Piaton abschliessende cGeschichte der Philosophie' (s. oben S. 1) einen besonderen Abschnitt gewidmet hatte, vornehmlich von Anti'sthenes und dessen Schüler Diogenes Züge philosophischer Enthaltsamkeit gesammelt und als Quelle für die Lebensgeschichte des Diogenes hauptsächlich das grosse biographische Werk des Satyr os21) benutzt hatte. Für einige Erzählungen über den Kyniker, welche übereinstimmend bei Diogenes Laertius, jedoch ohne Gewährsmann, vorkommen, gewinnt man sonach die wenn nicht glänzende so doch fassbare Autorität des Satyros, und ein bei jenem Sammler fehlender charakteristischer Bericht über Diogenes' Sterbestunde21), welchen Porphyrios dem Satyros entnahm, ist uns jetzt allein durch Vermittelung des Hieronymus überliefert. So hat denn der compilatorische Charakter des porphyrischen Werkes noch über die zufällige Grenze unserer Handschriften hinaus bis zu dem wirklichen Ende verfolgt werden können; und auch der mit Porphyrios' Weise sonsther nicht vertraute Leser wird nun, nachdem das erste, dritte und vierte Buch unschwer in ihre Elemente zerlegt worden, wohl willig voraussetzen, dass ein ähnliches Unternehmen bei dem zweiten Buche, welches durch häufige Nennung von Theophrastos' Namen eine nähere Beziehung zu den Werken dieses Philosophen kund giebt, nicht mit unüberwindlichen Hindernissen werde zu kämpfen haben. Das zweite Buch soll, gemäss der oben (S. 14) dargelegten Gliederung des gesammten Werkes, die einschlagenden Fragen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.