Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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28 Die Vergleichung zeigt, dass Porphyrios die Speiseordnung bis auf Einen Punkt in treuer Wörtlichkeit abgeschrieben hat; sogar die Sonderung des Bäckers von dem Koch, welche doch eine gewisse Rücksicht auf die Launen des Gauniens verräth, hat er sich gefallen lassen; aber er fügt zu TQoyq aus eigenen Mitteln die Adjective ayvr] xal xatfagd, von denen besonders das erste sonst in seinem Werke und überhaupt im guten Griechisch18) nur die cunschuldige/ d.h. von Blutvergiessen freie, also nicht animalische Nahrung bezeichnet. Der arglose Leser, welcher diese Beiwörter so gut wie alles Uebrige für entlehnt aus Josephus anzusehen verleitet wird, muss demnach in ihnen ein Zeugniss des Josephus dafür finden, dass der essäische Orden in diätetischer Hinsicht mit dem pythagoreischen übereinstimmte. Wie begründet nun auch der Wunsch ist, dass Porphyrios selbst in diesen wenigen Fällen eine solche allzu geschickte Behandlung seiner Vorlage unterlassen hätte, und wie sehr schon ein einziges Beispiel der Art zu kritischer Vorsicht mahnen müsste, so wäre es doch unkritische Verdächtigungssucht, wollte Jemand wegen jener zwei oder drei nicht blos stilistischer Aenderungen, die in einem vier Seiten langen Excerpt aufzuspüren sind, die allgemeine Zuverlässigkeit von Porphyrios' Mittheilungen aus fremden Schriften in Zweifel ziehen. Vielmehr lehrt eben die Confrontation mit Josephus, dass Porphyrios die stilistische Redaction, die er ja an einer hervorstechenden Stelle seines Werkes (s. oben S. 3j ein für alle Mal angekündigt hat, nicht allzu oft und durchgängig in untadliger Weise übt, tendenziöse Umbiegung der Worte hingegen überaus selten vorkommt und daher in Excerpten aus verlorenen Schriften, wo der äussere Nachweis unmöglich ist, nur auf die zwingendsten inneren Inzichten hin angenommen werden darf; als weitaus überwiegende Regel erweist sich eine allseitig treue Wiedergabe. Und so dürfen wir diese denn auch getrost bei den Entlehnungen voraussetzen, welche den noch zu überblickenden Theil von Porphyrios' viertem Buch einnehmen; sie erhalten einen besonders hohen litterarischen Werth dadurch, dass unsere Kunde fast aller der verlorenen Schriften, aus denen sie stammen, allein auf Porphyrios' Citaten beruht. Von den Juden wendet er sich zu ihren Nachbaren, den Ph önikern, mag es aber schwer genug gefunden haben, diese einge-