Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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24 (2 c. 22—31) gegebene Abriss äer mosaischen Gesetzgebung vorgeschwebt haben, aus welchem er auch wirklich einige Sätze 17), jedoch mit richtiger Hervorhebung ihrer von den Sectenunterschiedeu unberührten Allgemeingiltigkeit, dem Nachtrag zu der Schilderung der Essäer stillschweigend einverleibt. Porphyrios* zweites Citat, das der cAlterthümer,J ist zwar richtig, denn wir lesen noch heutigen Tages zu Anfang des cachtzehnten3 Buches derselben (c. 1, § 2—6) eine in wundersam holprichtem Griechisch17) abgefasste Schilderung der drei Secten; aber es soll wohl nur zum Schmucke dienen und Gelegenheit zur Nennung auch dieses grössten josephischen Werkes geben; Gebrauch macht Porphyrios von den dortigen recht wichtigen Angaben nicht. Vielmehr stammt sein ganzes, vier Seiten (p. 171, 19—175, 18) füllendes Excerpt über die Essäer lediglich aus dem an erster Stelle genannten Werk, welches er, übereinstimmend mit dem Nebentitel unserer josephischen Handschriften, 'Jüdische Geschichte3 betitelt, d. h. aus der Geschichte des jüdischen Krieges. (2, 8, 2—14). Demnach ist es uns hier einmal vergönnt, die Excerpirmethode des Porphyrios an einer umfänglicheren Entlehnung zu controliren, deren sittenschildernder Inhalt keine so freie Behandlung wie ein blos argumentativer verträgt und wiederum keine so treue Wiedergabe wie ein Bericht über Thatsachen erfordert; eine Vergleichung des Excerpts mit dem josephischen Text kann also, indem sie an einem durchschnittlichen und urkundlichen Beispiel zeigt, wessen man sich von Porphyrios versehen muss und wovor man bei ihm sicher ist, einen leitenden Maassstab für unsere theophrastische Aufgabe gewähren. Eine solche Gonfrontation führt nun zu dem Ergebniss, dass Porphyrios sich erstlich Auslassungen von Sätzen und grösseren Satzgliedern gestattet hat, die meistens freilich so beschaffen sind, dass der den Josephus nicht vergleichende Leser, da er durch keine Unterbrechung der Gedankenfolge gestört wird, den Ausfall nicht wahrnimmt. Doch fehlt es auch nicht an Fällen, wo die Kürzung Unebenheiten veranlasst hat. Z. B. hatte Josephus und mit dessen unveränderten Worten Porphyrios die Eide erwähnt, welche der in die Essäergesellschaft Eintretende ableisten musste; Josephus fährt dann fort: cDurch solche Eide versichern sie sich cder Eintretenden; diejenigen aber, welche auf bedeutenderen Ver- 'gehen betroffen worden, weisen sie aus ihrer Gemeinde fort,