Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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21 anführen. Dieser sachwalterisch unverschämten Vorbemerkung folgt Ae?yPte dann ein längeres Excerpt (p. 164, 2—167, 31) aus dem c Stoiker Chäremon, welcher alles auf die ägyptischen Priester Bezügliche mit Genauigkeit und Wahrheitsliebe *) dargestellt habe.3 In der That tragen die sehr speciellen Angaben auch nach dem Urtheil der neueren Aegyptologen den Stempel einer aus einheimischen Quellen geschöpften Kunde: und je leichter man in Alexandria, dem sonst15) bezeugten Aufenthaltsort des Chäremon, sich zugleich auf ägyptische Priesterlehre und auf stoische Philosophie verlegen konnte, desto mehr wächst die Wahrscheinlichkeit, dass es derselbe Mann gewesen, den Porphyrios hier als Stoiker und in dem Brief an Anebo, wo Alles mit ägyptischem Colorit gefärbt ist, als 'heiligen Schriftgelehrten (i£Qoygaf.itucez£vcj' auftreten lässt. Chäremon's Werke müssen noch zu Porphyrios' Zeit verbreitet und in neuplatonischen Kreisen beliebt gewesen sein; in seiner Charakteristik des Origenes15) behauptet Porphyrios, jener in Ammonios' Schule gebildete christliche Allegoriker sei auf seine. Methode auch durch ein eifriges Studium des Chäremon geführt worden-, und da die von Josephus**) citirte c ägyptische Geschichte* des Chäremon gewiss, ähnlich wie -die ägyptischen Abschnitte von Herodot's und Diodor's Werken, eben so viel Sittenschilderung als Erzählung von Thatsachen enthielt, so darf man wohl in ihr das von Porphyrios ausgebeutete Werk erkennen, und dieser wiederum durfte die ausdrückliche Nennung des Titels unterlassen, weil seine Leser, wenn sie eine Beschreibung der ägyptischen Priesterdiät von Chäremon's Hand citirt fanden, sich alsbald an das bekannte Geschichtswerk erinnern mussten. — Mit den Priestersatzungen, die allerdings die genauesten Vorschriften über erlaubte und verbotene Thierarten geben, hat aber Porphyrios das für seinen Zweck dienliche ägyptische Material noch nicht erschöpft-, er kann es sieh erstlich nicht versagen, auf den ägyptischen Thierdienst und die ihm zu Grunde liegende Symbolik hin- *) p. 168, 82: za yovv uaxa zovg Aiyvnziovg isQsag XcciQt\yL(ov 6 6zaw.bg dtprffov- (isvog %zl. p. 167, 32: xoiuvzu fisv za xar' Alyvnztovg ujc' ccvdgög cpdcdrjd'ovs ze hccI uHQLßovg hv zs zoig özcoL-Koig itQayiiaziyuozaza ^sachlich' im Gegensatz zu 'rhetorisch5) cpiloaoq)r>accvzog ^,siicxQzvQr)(i£vu. **) contra Apionem 1, 82 z. A. (iszcc zovzov (Manetho) i^szdöai ßovlopcu XuiQrßiovu. aal ya.Q ovzog Aiyvnziay.7\v cpK6v.mv 'Iozogiav 6vyyQoup£iv hzX.