Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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19 unseren Handschriften erfahren hat, verloren gegangen sein-, denn kurze und gelegentliche Seitenblicke, wie sie sich einige Male (<p. 1(53, 12 und 31) finden, lösen das gegebene Versprechen*) einer erschöpfenden Darlegung keineswegs ein. Von den Zurückweisungen der 'specieHeren* Einwürfe hat sich nur die recht ausführliche (p. 181, 31—187, 12) aber nicht sehr treffende erhalten, welche zu antworten versucht auf Herakleides' und Clodius' Frage (s. oben S. 13), wie ein Staat bestehen könne, wenn alle Menschen pythagoreisch lebten; Porphyrios nimmt seine Zuflucht zu den neuplatonischen Lehren über den Unterschied zwischen dem reinen Leben der philosophischen Heiligen und dem unreinen der unphilosophischen Menge-, er überlässt sich bei dieser Gelegenheit ähnlichen beredten Ergüssen, wie sie bereits früher (s. oben S. 14) vorgekommen sind und uns nicht aufhalten dürfen. Der Schwerpunkt des Buches, wie es jetzt vorliegt, fallt in den sittengeschichtlichen, fast drei Viertel desselben ausmachenden Theil. Da die hier gesammelten Beispiele gänzlicher oder theilweiser Enthaltung von Fleischkost und sonstigen Sinnengenüssen meistens längstvergangenen Zeiten oder weitentlegenen Völkern angehören, so muss Porphyrios seinen Mittheilungen durch genauere Quellenangabe Gewähr verleihen, und es wird daher, mit wenigen, leicht zu rechtfertigenden Ausnahmen, immer neben dem Namen des Autors der Titel der benutzten Schrift entweder kenntlich angedeutet oder vollständig citirt. Voran stehen Beispiele aus der hellenischen Vorzeit, entnommen aus rDikäarchos 14), der das alte Leben von Hellas dargestellt hat (JixcdctQ%og.. %bv agxaiov ßiov c^g 'EXXädog acprjyovinevog p. 157, 20)/ d. h. das fast zwei Seiten (p. 157, 20 bis 159, 15) lange Excerpt stammt aus Dikäarchos' dreibändiger, c Leben von Hellas /Bioc, cEXXädogj3 betitelter Schrift. Jener Schüler des Aristoteles schildert dort die Entwickelung der Civilisation nach ihrem stufenweisen Uebergange aus einem unschuldigen Naturstande des Menschen, der sich damals von wild wachsenden Früchten nährte und Thiere weder knechtete noch tödtete, zunächst zum Hirtenleben, mit welchem die Ausnutzung der Thiere und der Krieg unter den Menschen beginnt, und endlich zum Ackerbau, weleher die volle Civilisation mit ihrem Glanz und ihrem Weh *) p. 157, 14: tag itsgl xov avficp^QOvtog xat vcSv ailcov grizruiavav Xvastg SxßaXsiv 7isiQCt<s6[i£&a.