Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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14 ^Gliederung Rubriken dreier Haupttugenden: der Massigkeit (GooifQoavvri), wSke" welche in ihren Beziehungen zu den vorliegenden Fragen der Rest des ersten Buches (c. 30—57; p. 61, 16—81, 15) bespricht, der Frömmigkeit fsvasßsiaj, welcher das ganze zweite, und der Gerechtigkeit föixaiocrvvij), welcher das ganze dritte Buch gewidmet ist. Auf das zweite Buch braucht, da es als Fundgrube der theophrastischen Schrift später eine genauere Untersuchung erfahren muss, in dieser vorbereitenden Inhaltsangabe des porphyrischen Werkes nicht näher eingegangen und von der Besprechung der Mässigkeit im ersten Buche braucht nur dies gesagt zu werden, dass sie weniger gegen diejenigen gerichtet ist, welche, wie die Hedoniker der älteren griechischen Philosophie, die Sinnenlust überschätzen, als gegen diejenigen welche, wie die Kyniker der Griechen und die Schwärmer aller Nationen, das Sinnliche, indem sie es für cgleichgiltig (adidcpogov p. 67, 12; 70, 11)J erklären, in seinem Einflüsse auf den Geist unterschätzen. Mit solchen auch in die neuplatonischen Kreise eingedrungenen Adiaphoristen' hatte wahrscheinlich Castricius, als er die öffentlichen Vorträge zur Vertheidigung seines Abfalls hielt (s. oben S. 6), gemeinsame Sache gemacht; in unverkennbarer persönlicher Erregtheit eifert daher Porphyrios gegen die Leute, welche ihre Nahrung nicht auf das zur Erhaltung des Lebens unentbehrliche Maäss beschränken, sondern wähnen, sie könnten cmit den immateriellen Geistern verkehren, während sie köstlichen Braten essen und den lieblichsten Wein trinken* (p. 68, 29). Ihnen gegenüber entwickelt er mit einem wohl auch ungünstige Leser ergreifenden Schwung der Darstellung9) die neuplatonischen Lehren von der geistertödtenden Macht der Sinnlichkeit und der Notwendigkeit des 'Austritts3 aus derselben (anöazaaic, p. 63, 14). Hierbei strömen ihm die selbstständig angeeigneten Gedanken der Schule so reichlich zu, dass, in Vergleich mit den übrigen Theilen des Werkes, das compilatorische Verfahren zurücktritt. Ganz fehlt es jedoch auch in diesem Abschnitt nicht an längeren wörtlichen Excerpten. Erstlich wird die berühmte platonische (TheaeL p. 173d) Schilderung des ausser der Welt lebenden und dafür von der Welt verlachten Denkers vollständig ausgeschrieben und ausführlich erörtert (p. 66, 3). — Dann findet sich der kirchengeschichtliche. Forscher freudig überrascht durch eine Entlehnung aus einem leider nicht näher bezeich-