Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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10 neueren Darstellern der epikureischen Ethik nicht hinlänglich benutzten Auseinandersetzung bildet ein spöttischer Angriff auf die Pythagoreer (p. 51, 21): cKönnte man wie mit Menschen so auch mit den Thieren Tractate schliessen, dass gegenseitige Tödtung nur nach vorangegangenem Urtheilspruch erfolgen solle, so hätte es einen Sinn, den Rechtsbegriff auf die Thiere auszudehnen, da dies dann unbeschadet der menschlichen Sicherheit geschehen könnte; sintemal aber die Thiere weil keiner Vernunft theilhaft, auch keiner Gesetzlichkeit fähig sind, so lässt sich auf solchem "Wege gegen sie, die beseelten, das Interesse der Menschheit eben so wenig wahren wie gegen die unbeseelten elementaren Mächte, und nur indem man sich die Erlaubniss nimmt, die Thiere zu tödten, lässt sich bis zu einem gewissen Grade Schutz für die Menschen erreichen." Nachdem die Vertreter der Philosophie in systematischer Form ihre Meinung abgegeben haben, soll über eine das tägliche Leben so tief berührende Frage auch der grosse Haufe der Nichtphilosophen oder, wie Porphyrios sich ausdrückt, cder gemeine Mann (b nolbc xai dTipaidyc äv&Qomog p. 52, 3)J gehört werden. Das Sprecheramt überträgt Porphyrios zweien Schriftstellern gemeinschaftlich, leider ohne das Jedem von ihnen Angehörende durch irgend ein äusseres Merkmal zu sondern. Der Eine ist der wohlbekannte Herakleides aus dem pontischen Heraklea, den seine Versatilität bald als zünftigen Platoniker, bald als zünftigen Peripatetiker, bald als unzünftigen Litteraten erscheinen Hess; nur herakleidische Schriften, in denen die letztere Eigenschaft besonders deutlich hervortrat, kann" Porphyrios hier, wo Herakleides cden gemeinen Mann3 vertreten soll, genutzt haben. Den zweiten Schriftsteller lehrt der von Porphyrios angegebene Name Clodius aus Neapel (KXwötog zcg Nsanolfoijc p. 44, 31; 5,8, 27) noch nicht näher kennen, da der Glodiusse zu allen Zeiten so viele waren, dass der Eigenname seine bezeichnende Kraft verliert. Die Wahl zwischen den unzähligen Namensvettern wird jedoch eingeschränkt und erleichtert erstlich durch den Umstand, dass der Träger dieses lateinischen Namens eine griechische Feder geführt haben muss; denn Porphyrios übersetzt offenbar nicht, sondern excerpirt; zweitens durch die Gewissheit, dass er weder unter den bekannteren Politikern jzu suchen, noch ein Philosoph gewesen ist; denn Porphyrios nennt