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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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auf dem Schulthron. Das wörtliche, sechs Seiten (c. 7 — 13, p. 46, 20-^52, 2) einnehmende epikureische Excerpt stammt nämlich, wie Porphyrios nachträglich (p. 58, 28) selbst angiebt, vonllermarchos5 d. h. dem Mytilenäer, dem Sohn des Agemortos7), welchen Epikur besonders deshalb hochschätzte und zu seinem Nachfolger erkor, weil er in ihm eine jener den Schulstiftern so erwünschten Naturen erkannte, die um zum Ziele zu kommen, cnicht blos eines Führers, sondern eines Treibers bedürfen*),3 dafür aber um so fester an dem erreichten Ziele und auch an dem cTreiberJ halten. Den Titel des ausgezogenen Werkes nennt Porphyrios zwar nicht geradezu; aber bei Durchmusterung der von Diogenes Laertius (10, 25) mitgetheilten Liste hermarchischer Hauptwerke entdeckt man es alsbald in der zwei und zwanzig Bände umfassenden Arbeit cUeber Empedokles (UsqI 'Efmsöoxlsovc, sl'xoai xai Svof. Denn der Agrigentiner ist bekanntlich im Punkte der Seelenwanderung und der aus dieser Lehre fliessenden Verpönung des Fleischgenusses ein strenger Pythagoreer; und Porphyrios hat deshalb in der Einleitung (p. 44, 29) angekündigt, dass er neben den Gegnern des Pythagoras auch die des Empedokles zum Worte zulassen wolle. Die gewaltige Bändezahl, zu welcher.dem Hermarchos seine Bekämpfung des dichterischen Philosophen anschwoll, wird sehr begreiflich, wofern er gegen die übrigen Theile des empedokleischen Systems eben so weit ausholende Streiche geführt hat, wie er sie bei dem Einen, die Schonung der Thiere gebietenden Dogma nöthig fand. Er beginnt mit einer culturgeschichtlichen Betrachtung über den Ursprung der im civilisirten Zustand der Menschen geltenden Sitten und Gesetze; dieselben seien weder, wie die Stoiker wähnen, aus einem allen Menschen angebornen Gefühl für Gerechtes und Schönes entstanden; noch auch seien sie, wie einige der platteren griechischen Freigeister gemeint hatten, von Gewalthabern ihren willenlosen Unterthanen aufgezwungen worden; denn jedes Gesetz, geschriebenes wie ungeschriebenes, was Dauer haben soll, kann nur durch freie Annahme der Gehorchenden zu Stande kommen**). *) Seneea epist. 52,4: guibvs non duce tantum opus .sit srd. . . coactore. .. . Hermarchum ait Epicurus talem fuisse. **) p. 47, 11; ovSsv yoiQ c| UQ%rjs ßiaicog xaveorq voptpov ovts (ibtol ygayfig ovts avsv yQttcpijg tcov Sitt[i£v6vza>v vvv ual diadtdoa&ai (propagari) itscpVKÖTCov, aXka 6vy%coQ7ißavTcov avrä xal tcov %QriGO[iiva)v.

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