Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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7 Andeutung, als wörtlich abgeschrieben aus Plutarchs Aufsatz über die Frage c0b Landthiere oder Wasserthiere klüger seien* (c. 6, p. 964). Ohne Berücksichtigung der feineren Lehrunterschiede hatte Plutarch dort die Ansicht des späteren Peripatos mit der stoischen über das Verhältniss der Menschen zu den Thieren verschmolzen, und der Grundgedanke läuft darauf hinaus, dass die Thiere, da ihnen die Vernunft versagt sei, mit dem Menschen in keinem Rechtsverhältniss stehen, das ja immer Wesensgleichheit voraussetze. Wolle man aus überzartem Rechtsgefühl die Thiere schonend wie Menschen behandeln, so drohe, da menschliche Civilisation ohne Ausnutzung der Thiere undenkbar sei, die Gefahr, dass die Menschen zu Thieren herabsinken und somit die nur auf der Grundlage der Civilisation mögliche Gerechtigkeit, weit man sie über ihre Grenzen ausdehnen gewollt, auch auf dem ihr eigentümlichen menschlichen Gebiete verschwinde. Zu demselben Ergebniss wie die idealistischen Schulen von Seiten des Rechtsbegriffs gelangt die sensualistische Schule der Epikureer, welche jenen Begriff nicht auerkennt, von Seiten der Nützlichkeit. Um jedoch die epikureischen Ansichten auf eine dem Zwecke seines Werkes entsprechende Weise wiederzugeben, fand Porphyrios es gerathen, das bei den Stoikern und späteren Peripatetikern zur Noth statthafte Entlehnen aus zweiter Hand mit einem m*kundlicheren Verfahren zu vertauschen. Schon zu Cicero's*) Zeit war die Leetüre epikureischer Bücher, die meistens an einer abstossenden Schreibweise litten und den Schmuck historisch sachlicher'Erläuterung .grundsätzlich verschmähten, auf den engsten Kreis der Schulmitglieder beschränkt; gegen Ende des dritten Jahrhunderts n. Ch. müssen, da das bezügliche Zeugniss des Kaisers Julianus**) wohl auch für einige Jahrzehende rückwärts gilt, sogar die Abschriften zu litterarischen Seltenheiten geworden sein; und so sehr wie der heutige Forscher über Geschichte der Philosophie mag mancher gleichzeitige Leser des Porphyrios ihm gedankt haben für die sonst nicht zu erlangende nähere Bekanntschaft mit einem der ältesten Epikureer, dem unmittelbaren Nachfolger Epikurs *) Tusc. 2,. 3, 8: Epicurum . . et Metrodoruni non fere praetei' suos quisquam in manus siemit. **) p. 301 Spanh.: fwjra 'Etzmovqsios slßvcco J.oyos (ir'fcs JJvQQavuos. r,8ri (isv yäg italmg itoiovvzss ol &aol Kai avriQrpiuGiv, aZove STtäsinsiv ■xal ra ittelera. zmv ßißlieov.