Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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4 überwinden hatte; keiner der bisherigen Herausgeber4) des Porphyrien hat durchgreifendere Vorarbeiten zu einer solchen Analyse geliefert; soll daher hier der Versuch, aus Porphyrios' Mittheilungen eine der bedeutenderen verlorenen Schriften des Theophrastos in ihren Grundzügen wiederzugewinnen, unter mitforschender Theilnahme des Lesers angestellt werden, so muss zuvörderst der compilatorische Gesammtcharakter von Porphyrios' Werk in volles Licht gesetzt und zu diesem Behuf eine nähere Vorstellung gegeben werden von dem Anlass, welcher Porphyrios auf sein Thema geführt, von der Fülle des Stoffes, den er zur Behandlung desselben aus der früheren Litteratur entnommen, und von der Gliederung, nach welcher er das zusammengetragene Material geordnet hat. Der Anlass war viel individueller und berührte das wirkliche Leben näher, als es sonst bei neuplatonischen Schriften der Fall zu sein pflegte. Castricius Firmus, ein vornehmer Römer, an den das Werk gerichtet und der zu Anfang jedes der vier Bücher namentlich angeredet ist, gehörte zu dem vertrautesten Schülerkreise des Plotinos. Auf Castricius' campanischem Gute in der Gegend von Minturnae ward jener letzte grosse Philosoph der alten Welt während seiner tödtlichen Krankheit gepflegt; und die anbetende Verehrung (asßoßsvog Porph. Vit. Plot. 7'), welche er dem Schulstifter gewidmet hatte, liess ihn auch zu dessen bedeutendsten Nachfolgern/Amelios und Porphyrios, in die innigsten Beziehungen treten. cWie ein guter Haussclave3 — so bezeichnet Porphyrios*) selbst das Verhältniss in warmen Worten — cwar Castricius dem Amelios in alle Wege zu Dienst und mir, Porphyrios, war er in alle Wege ergeben wie einem leiblichen Bruder.' Schon gegen Ende der republikanischen und beim Beginn der Kaiserzeit war in den höheren Ständen- Roms eine Hinneigung zu der asketischen pythagoreischen Lebensweise hervorgetreten, und von Alters her hätte die pythagoreische Lehre, ein Erzeugniss italischen Bodens, leichteren Zugang in Rom als die philosophischen Systeme des überseeischen Griechenlands gefunden. Publius Nigidius Figulus, der *) Vit. Plotlni 7: 'AyL&ita ola ohixr\s dyad-os iv näaiv v7ir\Q£XOvyi&voq ■mal TLoQtpvqIco ifiol ota yvrfi'iG) adelcpa iv itäai jrpöffeff^qjjtog.