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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 5

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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3 der Sammler gemäss, in mechanischer Wörtlichkeit abgeschrieben. Porphyrios hingegen mag noch so weit hinter der Tiefe und Selbstständigkeit seines Lehrers Plotinos zurückbleiben, er war doch ein philosophischer Kopf aus ganz anderem Guss als der geistlose Grammatiker Athenäos und der nicht eben geistreiche Geistliche Eusebios; zu reiner Fingerarbeit bringt Porphyrios es nirgends; auch da wo er eingestandenermaassen nur czusammentragen (avväysiv p. 44, 22*})a will, schaltet er mit dem fremden Gut, wie Einer, der er es nicht bloss aufspeichert, sondern in Gebrauch nimmt. Obwohl er durchschnittlich dem Wortlaut seiner Quellen nahe bleibt, so erlaubt er sich doch innerhalb der excerpirten Stücke Auslassungen des für seinen augenblicklichen Zweck Unwesentlichen; er verwebt eigene Zuthaten in das Entlehnte; kleinere stilistische Aenderungen gestattet er sich unbedenklich; kurz, er benutzt, wie er selbst einmal (p. 83, 14) sein Verfahren bezeichnet, das Fremde mit stetem Streben, cdas Ebenmaass und die Eigentümlichkeit seines eigenen Werkes zu wahren.3 Demgemäss entfernt sich auch seine Citirweise nur zu weit von der umständlichen Deutlichkeit eines Athenäos oder Eusebios; oft begnügt er sich den Namen des Schriftstellers ohne den Titel der Schrift zu nennen; zuweilen unterdrückt er auch den Eigennamen und lässt einen unbestimmten fJemand (tief*) reden; und in Einem Falle kann noch aus unserem jetzigen Vorrath griechischer Litteratur der Nachweis geführt werden, dass Porphyrios ohne jeglichen citirenden Fingerzeig längere Sätze einer fremden Schrift der seinigen einverleibt hat (s. unten S. 7). Alle diese Mittel, der Coinpilation einen einheitlichen Anstrich zu geben, werden nun aber zu eben so vielen Unbequemlichkeiten für den heutigen Forscher, dem weniger an Porphyrios gelegen ist, als an den verlorenen Schriften, welche er ausbeutet; einer am Rande fortlaufenden Quellenangabe, welche allein der jetzt beim Nachschlagen fast unvermeidlichen (s. Anm. 8) Verwechselung des Entlehnten mit dem Porphyrischen vorbeugen und dadurch erst eine leichte und sichere Benutzung des reichhaltigen Werkes ermöglichen würde, stellen sich weit grössere Hindernisse entgegen, als sie z. B. Gaisford bei dem ähnlichen die 'Vorschule* des Eusebios betreffenden Unternehmen zu *) Ich citire nach Seiten- und Zeilenzahl der Nauck'schen Ausgabe (s. Anra. 4). 1*

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