Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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14 ttgkeit ab, auch lassen sie nicht selten ein Gefühl der Nichtbefriedigung zurück, des Zweifels an der Richtigkeit des, auf einer weit ausholenden Dialektik sich aufbauenden Bescheides. — Die späteren Perioden stehen ferner auch an Originalität den früheren nach. Das weite Feld ist schon ziemlich durchfurcht, die Stufenleiter der Analogie für den vorliegenden Fall wird nun mit geringerer Anstrengung erklommen, da schon für die verschiedenartigsten Beziehungen Bescheide vorliegen und die Ermittelung der Anknüpfungspunkte geringere Schwierigkeit darbietet. Hingegen kennzeichnet diese Perioden eine weit ausgebreitete Gelehrsamkeit. Weil schon ein stark angebautes Feld vorliegt, muss der Befragte es ganz durchforscht, den Schatz dieser nun mächtig angewachsenen Literatur in sich aufgenommen haben, muss mit geistigem Blicke umherspähen, ob die vorliegende oder ihr analoge Fragen schon aufgetaucht, ob die frühere Beantwortung unantastbar, ob sich directe oder indirecte Meinungsverschiedenheit kundgegeben u. s. w. Was also die späteren Perioden an Originalität nothwendig einbüssen mussten, wird durch Versenkung in den geistigen Stoff und dessen geistige Reproducirung nicht unerheblich ersetzt. B. Die Männer, von welchen die Responsen und in welcher Sprache sie ergingen. Für die Geschichte dieser Literatur ist von grossem Interesse, die Autoren kennen zu lernen, welche dieses Gebiet der talmudischen Wissenschaft , pflegten und für seinen Anbau thätig waren. Das eigentliche Interesse ist jedoch mehr durch die Leistung als durch den Autor geweckt, es kann daher eine blosse Nomenclatur nicht genügen, der Leser soll auch mit den vorzüglichsten von ihnen ausgegangenen Responsen bekannt gemacht werden, und wie sie auf uns gekommen. Da dieser Entwurf jedoch in einen engen Rahmen zu fassen ist, so können wir uns nur auf eine kleine Anzahl beschränken, und auch in dieser uns auferlegten Beschränkung nur die drei früheren Perioden hervorheben. Der Periode der Geonim wird jedoch, weil hier Manches sehr dunkel, eine längere Besprechung zu widmen sein; wir lassen daher die zweite und dritte