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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1865-01-01 · 1865 · page 15

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IS $jütze: auch tritt Gemeindeleben und Gememdeördnuhg in eine neue, freilich nicht lichtvolle Phase.4) Auch die wissenschaftliche Richtung übt einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Responsen: sie treten nach dem mehr oder minder wissenschaftlichen Gange^ in welchem sich das Studium bewegt, in verschiedener Form hervor. Bas Responsum kann nicht auf die Motivirung als Grundbedingung seiner Geltung verzichten, und die Motivirung ist wieder ihrerseits durch die Richtung bedingt, welche sich im Studium ausprägt. In den ersten drei Perioden ist die Speculation ein klar und ruhig sich bewegender Bach, es wird mit Geist Und Scharfsinn geforscht, der tibersprudelnden Dialektik jedoch Einhalt gethan; der streng logische , von dem Gegenstand sich nicht entfernende Gang kennzeichnet das Studium und gibt ihm ein wissenschaftliches Gepräge. Dasselbe Zeichen tragen auch die Responsen dieser Perioden: sie sind klar, durchsichtig, der mit dem Stoffe einigermassen vertrauete Leser folgt ihnen ohne Anstrengung, und gewinnt unschwer eine deutliche Anschauung von dem Gange und dem Resultate des Responsums. In den späteren Perioden gleicht die Dialektik einem sich überstürzenden Strom: es sprühen Geistesfunken nach allen Richtungen, der Aufbau ist kühn, doch die Unterlage nicht selten schwach und vermag sie nur durch künstliche Vergütung das Gebäude zu ertragen. Die Responsen dieser Perioden glänzen ebenfalls durch Erstaunen erregende, scharfsinnige Dialektik, aber es gehet nicht wenigen die Durchsich- 4) Ueber Gemeinde Ordnung nach talrnudischem Recht vgl. Frankel Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums. 2. Jahrg. S. 289 f. 329 f. — Bemerkt muss hier noch werden, dass,.wie trübe sich die Zeit gestaltete, dem, höhere Eingebung zur Basis nehmenden Bescheid nicht Geltung, zuerkannt wurde, und man auch in Lagen, in denen das Gemüth sich zur Mystik neigt, nicht vergass, dass nur die helle, durch Forschung erlangte Einsicht massgebend sein kann. Ein R. Jacob tS^YflDQ (vielleicht soll sehr tSTltDD aus Troyes), fragte im Traume um Bescheide an und erhielt sie;: es wurde aber hierauf nicht Gewicht gelegt und werden diese Bescheide nicht angeführt. Auch stehet diese Art zu bescheiden ganz isolirt in der Responsenliteratur. (Vgl. Schibbude Hallekat 3 b. hxW Dl^Tl n^WSl -imp dn "po nbwnh mwy oipm ti^w $>"t..btwujd 2py p^n 'ri pj>pY» D^mn ny □•otDpn m.n^ni ''di -j^rk jhwd ps^o nwf? Üyh))'. Mehrere dieser Anfragen des R. Jacob und ihm gewordene orakelartige Bescheide vgl. Anhang zu T"2T1 5. Theil. (Daselbst heisst es t^VltOD).

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