Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2720904-2720935-2720936--0518-2721760- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
7 Sie sind entweder objectiv gehalten, es wird ohne durch äussere Veranlassung gedrängt die Norm für sich etwa ereignende Fälle aufgesucht und festgestellt; oder es gibt eine häufig durch ein wirkliches Ereigniss hervorgerufene Anfrage den Anlass zur Auffindung der Norm. In diesem Falle kleidet sich die Norm in die Gestalt einer Antwort, eines Responsums. Neben der Verarbeitung und Erklärung der Schrift bilden Normirungen der zuerst gedachten Art das Object des Talmuds; doch sind auch durch Vorfälle ins Leben gerufene, auf ergangene Anfragen sich setzende Normen nicht selten. Diese Normirung pflegt namentlich bei früheren (mischnaischen) Autoren kurz gehalten zu sein.7) Mitunter werden die verschiedenen Gesichtspunkte dargelegt, aus denen der vorliegende Fall aufzufassen sei.8) Zuweilen schicken Lehrer, wenn sie über die Auskunft in Zweifel sind, die Frage an hervorragendere Lehrer.9) Auch Schulen pflegen sich Bescheid von anderen Academiehäuptern zu holen. So fragt nach Abba Areka's Hintritt seine Academie bei Samuel, dem Nehardeischen Academiehaupte, an.1) Nicht selten verlangten auch ganze Gemeiden Auskunft.2) Am häufigsten scheinen Anfragen von babylonischen Gelehrten an die palästinensischen Academien ergangen zu sein. Die dort ertheilten Bescheide wur- 7) Vgl. Gittin 74 a. Aboda Sara 48a. 65 a. Para 7, 6. 7. vgl. auch Chullin 48b. und sonst. (Mischnische Autoren sind jene, die bis zur Zeit der Redaction der Mischna lebten.) 8) Vgl. Baba Batra 33b. (fON '"H iODJ) und sonst. •) Eetubot 104b. Baba Batra 32 b. — Man scheuete auch Kosten und Gefahren nicht, um sich Bescheid von hervorragenden Lehrern zu erholen vgl. Jebamot 108b. Interessant ist die Erzählung j. T. Jebamot 12, 6, wo R. Jochanan der Alexandriner, Schüler des R. Akiba, sich als Tabulettkrämer verkleidet, unter den Fenstern des Gefängnisses, in welchem R. Akiba eingesperrt war, seine Waaren ausruft und unter Herzählung der Waaren ihm seine Anfrage versteckt zuruft. *) Gittin 66b. 89 b. . ' a) Vgl. Taanit 14 b. (Die daselbst genannten uUJ ">J3 sind nicht etwa die Bewohner des alten am Tigris gelegenen Ninive, sondern des im Hauran gelegenen Neve, früher Ninive genannt, vgl. Raumer Palästina S. 244. So erklärt sich auch das dortige nimf? ]JN-TO"«"« TlDDl nsipTO "©NT pN IpD. Auch Joma 78b. nyj "jOT '") ist auf dieses Neve zu beziehen.) Vgl. ferner Schabbat 189 "DBQ Jvh