Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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5 und erschütterten deren inneres Bestehen; der Rückschlag auf das Studium blieb nicht aus, die Zahl der die Wissenschaft Lehrenden wie der sie Suchenden verminderte sich, das zehnte Jahrhundert brachte die Auflösung beider Academien. Sura war zuerst von diesem Loose betroffen, da« nur einige Jahre später auch Pumbedita ereilte. Wieder war gleichsam von höherer Hand vorbereitet worden: der Lebensnerv des Judenthums, Studium, Forschung, sollte nicht durchschnitten werden; auf der pyrenäischen Halbinsel, unter dem milden Himmel des südlichen Spaniens erhob sich die jüdische Wissenschaft in neuer Verjüngung. Ein durch traurige Schicksale kurze Zeit vor Erlöschen der ba^ bylonischen Academien nach Cordova verschlagener Gelehrter, fachte daselbst eine Lebensflamme an, deren Strahlen sich nach allen Richtungen verbreiteten. Spaniens Himmel reifte den Juden Blüthen auf allen Gebieten des Wissens, und die an den Ufern des Euphrats untergegangene Sonne erhob sich in verstärktem Glänze und Lichte, „wie der Bräutigam, der aus dem Brautgemache hervorgeht", an den gesegneten Ufern des Tajo und Guadalquivir. Auch im nördlichen Frankreich und den angrenzenden Gegenden Deutschlands erhoben sich um diese Zeit Pflanzstätten des Studiums. Die bald über die Juden hereinbrechenden Leiden der Kreuzzüge zerstörten manche dieser Pflanzstätten, den Eifer für das Studium vermochten sie nicht zu verlöschen, er wurde vielmehr durch die Verfolgungen noch mehr angeregt, da die religiös-geistige Beschäftigung allein Trost und Erhebung über die unheilschwangere Gegenwart bot. — Das höchste Mass erreichten diese Leiden im 14. Jahrhundert; die Juden sahen sich vergebens nach einer Heimat um, und es wanderten viele nach den östlichen (slavischen) Ländern aus, wo sie neue Gemeinden und Schulen gründeten. — Auch Spanien wurde den Juden mit der allmäligen Verdrängung der maurischen Herrschaft ein feindlicher Boden; und als Ferdinand und Isabella dem Christenthum den endlichen Sieg errangen, waren den jüdischen Bewohnern Spaniens die Würfel völliger Austreibung gefallen. Dem Islam anhängende Herrscher gestatteten den Juden ein freundliches Asyl, das Studium lebte in der Türkei und anderen unter dem Halbmond stehenden Gegenden wieder auf. Auch in Italien, wo Papst und Fürsten sich über jenen un-