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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1865-01-01 · 1865 · page 5

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720935-2720936--0514-2721756
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3 Resultat gelangt war, verblieb mit seinem Kamen in dem engeren Kreise des grossen Gerichtshofes.*) Mit dem Aufhören des Staates trat die Lehre in den ausschliesslichen Kreis des Religionsgesetzes; an die Stelle des Tempelsaales trat die Schule, die Stelle der Synhedrialbeisitzer füllten die Lehrer aus. Die Forschung wurde nun ganz frei, gelangte auch nach der practischen Seite zur vollen Geltung. In der Schule wurden im freiesten Gedankenaustausche Lehrsätze und aufgeworfene Meinungen discutirt, über die nicht ein oberster Gerichtshof sondern die eigene Ueberzeugung entschied, nach der sich zu richten, da sie aus dem Streben nach Erkenntniss hervorgegangen, Niemandem versagt war. An der Spitze der Schulen standen Männer von hervorragender Gelehrsamkeit, um die sich ein zahlreicher Kreis von wissbegierigen Hörern schaarte. Palästina genoss länger als ein Jahrhundert nach Auflösung des Staates das Vorrecht, der geistige Mittelpunkt der Forschung zu sein; dort erhob sich an Stelle des eingeäscherten Tempels ein hehres Gebäude, stark genug, dem Einflüsse der Zeit und sonstiger feindlicher Elemente zu widerstehen. Seinen Eckstein bildete die, Mitte des zweiten Jahrhundert von R. Jehuda Hanasi redigirte Mischna, ein die Normen und vorzüglichsten Lehrmeinungen älterer und späterer Zeit enthaltender Codex. — Durch Abba Areka (Rab) wurde im 3. Jahrhundert das Studium nach Babylon getragen, woselbst es bis zu dieser Zeit nicht verbreitet war. Nur eine Academie wird dort namhaft gemacht, sie befand sich in der von jeher von Juden zahlreich bewohnten, an einer Euphratkrümmung gelegenen Stadt Nehardea, die, einst von den kühnen Abenteurern Asinai und Chanilai zur Residenz, eines jüdischen Reiches ausersehen,2) jetzt unter dem Vorsitze Samuel Jarchinai's der Sitz stillen Studiums geworden war. Abba Areka, selbst ein Babylonier, der längere Zeit in Palästina zu den Füssen R. Jehuda Hanasi's gesessen, kehrte in sein Geburtsland zurück und gründete eine Academie zu Sura, auch Matha Machsa genannt; sein Ruf zog viele Hörerherbei, und so wurde dem Studium, das nicht lange hierauf seine "Wohnsitze in den jordanischen Gefilden .*) Ausführlicheres hierüber Hodegetik zur Mischna S. 7. 42f. 2) Vgl. Joseph. Alterth. 18, 9. 1*

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