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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1864-01-01 · 1864 · page 12

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
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X : ■ Jim; Im,,. mud scheint demnach ebenfalls Daniel, mit der Zeit des Antiochos in Verbindung zu setzen. Die Gleichzeitigkeit des Verbrennens der Thora- Rolle und der Entweihung des Tempels durch das Götzenbild unter Antiochos Epiphanes könnte auch durch das Zeugniss des ersten Makkabäerbuches bestätigt erscheinen.Denn dieses zählt zu den Graulen, welche durch dieses Königs Tyrannei in Judaa' "begangen worden, auch die Thatsache auf, dass die Bücher des Gesetzes zerrissen und verbrannt worden seien (1, 56): xat ra ßtßXta t$ vSfis 9 a evqov, ivenrQiffap ttvqc xciTccG'fiGccvTtc. Der Name des Unthäters, der das heilige Buch verbrannt (und das Idol aufgestellt): 'Anoffrofiog oder ^Entovofioc, lautet jedenfalls griechisch und dürfte die Vermuthung bestätigen, dass es in der grieehischmacedonisehen Zeit, d. h. unter Antiochos Epiphanes, geschehen sei. Wie dem aber auch sei, jedenfalls haben wir in der talmudischen Tradition einen Anhalt gefunden, dass die Entweihung des Tempels in der makkabäischen Vorgeschichte ihren Anfang am 17t. Tammus genommen hat. Liesse sich dieses Tagesdatum von einer andern Seite bestätigen, so wäre die Vermuthung zur Gewissheit erhoben und die Frage über die Dauer der Entweihung ganz genau, nach Tagen zählbar, entschieden. Ein tieferes Eingehen auf die damalige politische Lage, mit welcher das tragische Geschick Judäa's im Zusammenhange stand, dürfte das Datum wenigstens zur Wahrscheinlichkeit erheben. Denn die von Antiochos ausgegangene gewaltsame Helenisirung der Juden — nicht auch der übrigen seinem Scepter unterworfenen orientalischen Völker, wie irrthümlich angenommen wird — war keine isolirte Erscheinung, sondern stand mit den damaligen politischen Begebenheiten in Causalnexus. Antiochos Epiphanes hatte die Unmündigkeit des egyptischen Thronerben Ptolemäus Philometor und die Zwistigkeiten am egyptischen Hofe benutzen wollen, um sich das Nilland zu unterwerfen. Die Aussicht schien günstig, da der römische Senat, der allein Widerspruch gegen die Annectirung Egyptens hätte erheben können, in schweren Sorgen wegen des drohenden dritten macedonischen Krieges war. Der gegen Rom feindselige macedonische König Perseus hatte auch mit Antiochos diplomatische Unterhandlung angeknüpft, um ihn auf seine Seite zu ziehen. Der römische Senat hatte zwar den alexandrinischen Gesandten, welche in hässlichem Anzüge und in noch hässlicherer Sprache um Hilfe gegen Antiochos gefleht hatten, Schutz zugesagt; aber die Einmischung in Egypten hing vom Ausgange des schweren macedonischen Krieges ab. Die drei Commissäre, welche der Senat nach Egypten beordert hatte, der barsche Popillius Länas, Decimius und Hostilius, warteten daher auf der Insel Delos den Ausfall des Krieges ab, zumal der Beginn desselben ungünstig für die römischen Waffen war. Während dessen belagerte Antiochos Epiphanes Alexandrien, um mit der Eroberung der damaligen Hauptstadt das ganze Land in Besitz zu nehmen. Nun hatte die Schlacht bei Pydna durch den Feldherrn Aemilius Paulus gegen Perseus den römischen Cohorten über die macedonische Phalanx einen entschei-

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