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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1864-01-01 · 1864 · page 6

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IV jüdischen Krieges" berichtet er: dass Aritiochos Epiphanes, von seinen jüdischen Anhängern gegen die Parteigänger des egyptischen Hofes aufgestachelt, Jerusalem überfiel, eine grosse Menge der zu dem egyptischen Könige Ptolomäus (Philometor) stehenden Juden tödtete, sein Heer ungehindert plündern liess, den'Tempel beraubte und das tägliche Opfer für die Dauer von drei Jahren und sechs Monaten aufhören machte. (Bellum judaicum I, 1, 1): Ihföezat. öl 6 ßafft'Aevc ^Avtioyoc 'Enupaviig) OQfj^afvoc nuhxi . . . xjjv xs 7i6fop atqex ... y.al xbv si>dt).FyiGiibi> xäv %ad° ij(.tbQav ei'ceyiaGfiüiv tTiavGtv ini \.xt\ xqta v.al pijvac l|. In den Alterthümern dagegen giebt er die Entweihung auf nur drei Jahre an (XII 7, 6): xbv yuq vaov iQijjjMÜti'xa im ^Arcioys öiafitvai xoisxov txeGi, Gvvtßir} xoiglv. Josephus' Selbstwiderspruch lässt sich dadurch erklären, dass er die Alterthümer fast zwanzig Jahre später als die Bücher des jüdischen Krieges geschrieben und erst im dreizehnten Jahre von Domitians Regierung vollendet hat (93 der nachchristl. Zeit). In der Zwischenzeit ist ihm wohl erst das erste Makkabäerbuch zu Händen gekommen; er nutzte es in den Alterthümern vollständig aus und folgte ihm sklavisch. Bei Abfassung des jüdischen Krieges dagegen scheint er es noch nicht gekannt zu haben. Seine Angabe von der drei und einhalbjährigen Dauer der Tempelentweihung oder des Aufhörens der vorschriftsmässigen täglichen Opfer (Tön) muss er demnach einer andern uns unbekannten Quelle entlehnt haben. Man darf sich also nicht auf die Uebereinstimmung zwischen dem ersten Makkabäerbuche und Josephus zur Entscheidung der Frage berufen, wie Hieronymus und moderne Theologen es thun, sondern man kann nur constatiren, dass im jüdischen Alterthum noch vor der Tempelzerstörung (unter Vespasian und Titus) eine Differenz über die Dauer geherrscht hat. Man könnte sogar vermuthen, dass der Zeitangabe im Makkabäerbuche eine Tendenz zu Grunde liegt, das Wunder der Befreiung vom syrischen Joche und der Tempelweihe noch zu vergrössern: dass nämlich am Tage der Entweihung drei Jahre später auch die Einweihung stattgefunden habe. Aus diesen Quellen allein lässt sich also die Frage nicht zur Entscheidung bringen. Man muss demnach andere herbeiziehen. Und da bietet sich zunächst das Buch Daniel an. Diese grossartige, wahrhaft künstlerisch angelegte und ausgeführte Apokalyp se, das Musterbild für spätere jüdische und christliche Nachbildungen desselben Genre, bestimmt wiederholentlich die Zeit von der Entweihung des Tempels durch eine heidnische, übermüthige, gotteslästerliche Macht auf drei und ein halbes Jahr. Das vierte gewaltige namenlose Thier (die vierte Dynastie), welches auf den Löwen (Babylonien), den Bären (Medopersien) und den Leoparden mit vier Flügeln (Gräco-Macedonien) folgt und sie sämintlich an Gehässigkeit und Grausamkeit übertrifft, „wird Worte gegen den Höchsten sprechen, die Heiligen vernichten, trachten abzuschaffen Zeiten (Festtage) und Gesetz, und sie werden seinen Händen überliefert sein bis zu Zeit, Zeiten und einer halben Zeit" (py &ü) piv ]1V IV, Daniel 7, 25). Nach der Schilderung der Zeit der Drang-

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