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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1863-01-01 · 1863 · page 22

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1863
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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XIX nidische Abhandlung so weit wieder auf, als sie die "Widerlegung der peripatetischen Beweise für die Ewigkeit der Welt enthält. Dagegen lässt er die positive Seite der Abhandlung liegen, um die Frage selbstständig und wie er sagt theologisch mit Anschluss an Augustin zu behandeln. Diese selbstständige Behandlung, obwohl sie in der Formulirung der Frage1) gleichfalls an Maimonides erinnert, ist aber philosophisch so unbedeutend oder richtiger wegen der trockenen Syllogistik, mit der sie eine Frage behandelt, zu der Maimonides mit richtigem Takte die concrete Natur der Dinge verwenden zu müssen glaubte, so ungeniessbar, dass sie sich eher wie eine Pflichterfüllung denn wie eine Untersuchung ausnimmt. Wir versuchen jetzt, die Thatsache zu constatiren dass die Capitel 11, 12, 13, 14, 15 des 1. Tractats des achten Buches der Physik zum Theil nach More Nebuchim II, 13—25 gearbeitet, zum Theil demselben wörtlich entnommen sind. Albert beginnt (cap. 11) wie Maimonides (cap. 13) mit der Auseinandersetzung der Meinungen früherer Philosophen über die Materie der Weltentstehung oder Weltewigkeit, wenn auch Albert, wie es seine Weise ist, statt die Meinungen zu gruppiren und auf einander zurückzuführen, eine grössere Menge von Philosophennamen vorbringt, und wenn auch Maimonidss nicht dafür verantwortlich ist, dass Albert, nachdem er neben anderen Philosophen den Epikur erwähnt hat, seine Uebersicht schliesst mit den Worten: Post omnes autem hos princeps philosophorum surrexit Aristoteles. Mit Maimonides richtet dann Albert seine Hauptaufmerksamkeit auf die Meinung des Aristoteles, dass weder die Bewegung noch die Welt jemals einen Anfang genommen habe, noch jemals in aller Zukunft aufhören werde. Für diese Meinung, sagt Albert, haben wir zwar schon im Vorhergehenden die Gründe erörtert, wollen aber noch einmal darauf zurückkommen und die Gründe, mit denen die späteren Peripatetiker diese Meinung gestützt haben, zusammenfassen. Im Ganzen gibt es sieben Beweise, die von dem Aegyptier Moses, dem Philosophen der Juden, aus den verschiedensten Stellen in des Aristoteles Büchern gesammelt worden 3). Darauf rechnet Albert genau nach Maimonides (cap. 14) die vier aristotelischen und die drei späteren Beweise, denen er noch einen vierten, wie er ausdrücklich bemerkt, von Averroes gelieferten hinzufügt. Es bedarf hier keiner Parallelisirung, da Albert selbst sie als dem Maimonides entnommen bezeichnet. Das darauf folgende zwölfte Capitel des Albert entspricht dem sechszehnten des Maisonderbares Licht auf die Angreifer wirft. So heisst es S. 687 nach Aufzählung vieler alten astronomischen Bücher der Griechen und Araber: Etiam sciunt inspeetores praedictorum librorum, quod in eis non invenitur unicum verbum contra fidei catholicae honestatem: neque fortasse justum est, quod hi qui eos nunquam attigerunt, ipsos judicare praesumant. *) Die Fragen sind: 1) Utrum probari possit, quod mundus sit aeternus eo modo quo probatur a quibusdam? 2) Utrum haec duo compossibilia sunt secundum intellectum, scilicet quod mundus a Deo factus sit et tarnen duratione hoc modo sit aeternus, quod duratio ejus initium non habuerit? 2) Die Worte lauten: cujus rationes licet fideliter posuerimus in praehabitis, tarnen adhuc volumus redire et summatim ponere rationes quibus a posteris Peripateticis haec opinio est probata: et sunt in universo 7. collectae a Moyse Aegyptio Judaeorum philosopho, quae in diversis loeis librorum Aristotelis colliguntur. 3*

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