Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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xvn Prophetie aufgestellten — Maimonides lässt sich nämlich dabei auch von der Schrift leiten, während Albert, wie bereits wiederholentüch bemerkt, den theologischen Gesichtspunkt hier mit Absicht ausschliesst — als vielmehr nach ihrer Schablone gearbeitet. Gleich der erste Grad, den Albert aufstellt, ist kaum verständlich, wenn man nicht im Maimonides die nähere Erklärung sucht. Albert sagt: „Aliquando autem secundum infimum gradum suum non manifestat se (nämlich die Form, welche nach Albert als Ausfluss des allgemeinen Geistes der Seele des Träumenden sich mittheilt) nisi in quadam animi confidentia, qua homo concipit quandam audaciam et certitudinem aliqua praedicendi et faciendi." Die deutlicheren Worte bei Maimonides lauten*): „Der erste Schritt zur Prophetie ist, wenn eine göttliche Hülfe das Individuum begleitet, welche es für eine tugendhafte, grosse und hochwichtige That in Bewegung setzt und ermuthigt, wie beispielsweise eine Gesellschaft tugendhafter von einer Gesellschaft schlechter Menschen zu befreien, oder einen bedeutenden tugendhaften Mann zu retten, oder Gutes zu verbreiten über eine grosse Anzahl von Menschen, so dass dieses Individuum in sich Etwas findet, was es zum Handeln treibt und einladet. Das ist's, was man den „Geist des Ewigen" nennt und man sagt von dem Menschen, welcher sich in diesem Zustande befindet, dass „der Geist des Ewigen über ihn gekommen," oder dass „der Geist des Ewigen ihn bekleidet habe," oder dass „der Geist des Ewigen auf ihm ruhe," oder dass „der Geist des Ewigen mit ihm sei" und andere ähnliche Ausdrücke." Wir unterlassen es, die Vergleichung der prophetischen Grade weiter zu verfolgen, da der Hinweis genügt, können aber nicht ebenso unterlassen, darauf aufmerksam zu machen, dass gerade aus dieser Probe von Benutzung deutlich erhellt, was Albert aus den tiefen psychologischen Blicken des Maimonides gemacht hat. Maimonides wollte, soweit als möglich, die grosse und geschichtliche Thatsache der jüdischen Prophetie unserem Verständniss näher bringen. Albert benuzt die Maimonidische Abhandlung, um eine Theorie aufzustellen von Etwas, wofür zwar Erfahrungen vorliegen, aber doch sicherlich Erfahrungen von weniger als blos zweifelhaftem Werthe. Daher trotz der Benutzung und trotz des aufgewendeten Scharfsinnes die Aermlichkeit unserer Abhandlung in den Augen des heutigen Lesers, während die Maimonidische Abhandlung ohne Frage noch heute Jedem imponirt, der sie in ihrem ganzen Zusammenhang überschaut. Das freilich konnte aus unserem Vergleiche nicht erhellen und muss der selbstständigen Prüfung dessen, der sich davon tiberzeugen will, vorbehalten bleiben. Uns bleibt nur noch zu sagen, dass, nachdem Albert eine unsern Zweck nicht weiter berührende Digression gemacht (11), er im letzten Capitel (12) früher Gesagtes in einer Weise recapitulirt, die uns noch einmal Gelegenheit gibt zur Aufstellung einer so ziemlich wortgetreuen Parallelstelle: Albert 1. 1. Maimonides (M. N. II, 3fi). Naturam enim et habitum prophetiae ille habet, Has autem tres perfectiones, quas hic comqui optime dispositus est intellectu agente sepaplexi sumus quod attinet, perfectionem videlicet rato, bonum et perfectum adeptus est Organum facultatis rationalis in studendo, perfectionem faimaginationis, quod intellectui formas subminicultatis imaginatricis in nativitate, et perfectiostxando deservit, sicut diximus. Hic autem absnem morum seu Qualitatum in puritate cogitatio- *) More Nebuehim 1. 1.