Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XIV futurum praenuntians est casus a propbetia factus. Casus enim vocatur immaturus fructus decidens, qui tarnen figuram et saporem fructus etiam aliquo modo praetendit." Ob Jemand, der an den Maimonides nicht denkt, wohl die Philosophen auftreiben wird, die das gesagt haben? In Wahrheit sind diese Philosophen keine anderen, als — die Talmudisten, oder richtiger die Midraschisten. Der Satz nämlich, dass „der Traum eine unreif abgefallene prophetische Frucht sei" (hN"!2J nta: CPn), steht im Maimonides an der von uns bezeichneten Stelle und ist ein Citat aus Genesis Rabba c. 17 u. c. 441). Nachdem Albert nun (cap. 4) einen Theil der früher beregten Schwierigkeit zu lösen versucht hat — die Frage, woher als Ursache die Divination in Träumen stamme, will er erst später wieder aufnehmen, hier nur darauf eingehen, woher es komme, dass der Traum die Zukunft meist in Metaphern zeige — nachdem er nämlich dargethan, dass die bildliche und darum dunkle Auffassung des Zukünftigen nicht in der mittheilenden Ursache, sondern in der Natur des Empfangenden, des Menschen, liege2), geht er (cap. 5) zu der Bestimmung über, welche natürliche Disposition die Seele zur Prophetie und zu Träumen befähige. Maimonides wird bei der Gelegenheit zweimal ciürt, aber da die Bestimmung durchweg nach Maimonides ist, so glauben wir, wenn auch Albert bei seiner von der des Maimonides verschiedenen Anordnung Manches im More an zerstreuten Stellen Gesagte zusammennimmt, am besten zu thun, eine Confrontation beider Autoren eintreten zu lassen. Wir werden uns im methodischen Interesse für Maimonides der, wenn auch sehr mangelhaften, lateinischen Uebersetzung Buxtorf's bedienen, und würden am liebsten, wenn sie uns zu Gebote stände, die älteste lateinische Uebersetzung, als die eigentliche Quelle, aus der Albert geschöpft hat, angewendet haben. Albertus (de divinatione c. 5). Maimonides (More Neb. II, 37). Adhuc autem ut perfecta intelligatur oportet Necessarium est ut instruaris quoqne de, nascire, quod animae ad hujus visiones et somnia tura influentia illius divinae, quae ad nos peret prophetias triplex est in genere dispositio. tingit, qua intelligimus et qua intellectus homi- Quibus enim est intellectus multum agens et nis unius intellectum alterius vincit et superat. clarus, illi per naturam sui intellectus multum............................ superioribus substantiis congruunt: et cum tota Dein de scias, si influentia ista intellectualis inanima sit instrumentum intelligentiae dicitur imfluat in facultatem rationalem solum nihilque primere in eam quotiescunque influentia sit ei . propter materiae influentis paucitatem vel propter *) Es kommt wiederholentlich vor, dass Albert unwissentlich die Talmudisten citirt. Vgl. oben S. 9 Note. Wir werden in unserer Abhandlung noch auf eine dritte Stelle stossen. Man kann sich hier des Gedankens nicht erwehren, dass ein so wissensdurstiger Mann, wie Albert war, schwerlich seinen Namen unter das Verbrennungsdecret, das in Paris 1248 auf Antrag des päpstlichen Legaten Odo über einige Bücher, die „Talmud heissen," erlassen wurde, gesetzt haben würde, wenn er den Talmud gekannt und geahnt hätte, dass es ihm leicht begegnen konnte, mit derselben Feder den Talmud zu verurtheilen und als Autorität zu citiren. *);Quia ista velatio divinationis in metaphoris non est ex illuetrante causa quaecunque iüa sit, ,se d potius ex natura hominis qui talem accepit revelationem. ,