Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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XII denen sich ihre unterschiedliche Befähigung zur Erkenntniss des Zukünftigen und Verborgenen erklärt. Und nur für die, wenn wir so sagen dürfen, metaphysischen Fragen, namentlich für die Frage, ob die Divination Gott und den Sphärengeistern oder anderen Ursachen zuzuschreiben sei, werden andere Autoritäten angeführt und eine eigene Meinung aufgestellt aus dem einfachen Grunde, weil ja hier im Unterschiede von Maimonides nur von einer gewöhnlichen und physischen, nicht theologischen Prophetie die Rede sein soll1). Albert beginnt damit (cap. 1), die Schwierigkeiten hervorzuheben, welche das Thema bietet. Diese Schwierigkeiten seien um so grösser, als noch keiner aufgetreten, der darüber etwas Befriedigendes gelehrt hätte (quia nullus omnino apparuit qui de hpc. satisfecerit studiosis). Unter den Autoritäten aber, die wunderlich durcheinander gemischt von Albert aufgezählt werden, um den Mangel an Einhelligkeit in der Erklärung der Divination zu constatiren, wird auch Rabbi Moses aus Aegypten angeführt, von dem er sagt, er bekämpfe in diesem Punkte die auch unter sich uneinigen arabischen Philosophen2). Albert selbst nun drückt (cap. 2) die Schwierigkeit der Untersuchung so aus, dass er sagt, die Thatsache der Divination (der natürlichen) zu leugnen, besage so viel als mit der Erfahrung streiten, sie hinwiederum anzunehmen heisse behaupten, wir hätten ein "Wissen, zu dem wir die Principien, aus denen dieses Wissen entstehen könnte, nicht in uns trügen3). Zur Lösung der Schwierigkeit will er zunächst (cap. 3) die verschiedenen Begriffe, die bei der Divination in Frage kommen, bestimmen. Es sind dies die Begriffe: Vision, Prophetie und Traum. Er wolle zeigen, meint er, dass die Vision, welche wie der Traum Weissagungskraft (Divination) habe, eben von dem Traume, und dieser von der Prophetie — Albert fügt vorsichtig hinzu, nicht von der die Theologen reden, sondern der natürlichen, die auch die Astronomen kennen — verschieden sei. Das Wort „Vision", führt er dann aus, wird in seiner 3) Dass wir den Grund, der Albert bestimmt hat, über die Ursache der prophetischen Träume eine eigene Meinnng aufzustellen, um sie nämlich nicht auf Gott oder die Sphärengeister zurückführen zu müssen, richtig erkannt haben, erhellt aus folgenden Worten Albert's S. 99: Nos autem in hoc opere tantum physiee loquentes, videmus ex physieis nullo modo posse probari, a diis veT intelligentiis hujusmodi influentias venire in animas: scimus enim, quod omnium generabilium et corruptibilium motus reducantur sicut ad causam ad motum Orbis: hic autem motus non est motoris simplicis, sed potius est motus compositi ex motore et mobili, sicut .... demonstratum est. Quidquid autem virtutis in tali composito movente est, non potest ad locum generatorum et corruptorum venire, nisi sit vehiculum quod vehat ipsum, sicut spiritus vehit virtates animae per totam materiam quae subjacet moventi animae. Nec invenimus unquam probatum per philosophiam, quod intelligentia simpliciter per se physiee aliquid agat vel causet.......................sie igitur nihil fit per deos et inutiles ad praevisionem futurorum. 2) Averro. enim hic impugnat Avicen. et iterum Algazel Abamidin (? Wohl Abu-Hamed, denn so heisst Al-Gazali), non per omnia inter se nec cum Avicen. concordantes impugnäntur a Rabimoyse (!) de Aegypto. Diese etwas corrumpirte Stelle kann nur den im Texte angegebenen Sinn haben. 3) Sumus igitur inter duo, quod autem videlicet dicamus, quod non sit aliqua scientia divinationis et tunc contradieeremus expertis ab omnibus vel pluribus: aut dicemus talem scientiam esse, et tunc dieemus nos habere aliquam scientiam cujus in nobis nulla sunt prineipia, et quae sie fit et generatur in nobis, quod suae generationis in nobis nulla praeexistunt prineipia, quod est impossibile.