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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1863-01-01 · 1863 · page 14

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1863
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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XI nicht eben, um die krasse Auffassung der Theophanien unmöglich zu machen und sie lediglich als Mittheilungen des Geistes an den Geist hinzustellen, die Engel selbst als rein geistig und ihre sinnliche Erscheinung lediglich als das Resultat der Reaction des Prophetengeistes gegen die Soliicitation des Engelgeistes gelehrt hätte. So fühlt sich Albert beständig von Maimonides zugleich angezogen und zugleich abgestossen und überlässt den Ruhm, wenigstens nach einigen Seiten hin, mit grösserer Freiheit den Rabbi Moses sich zum Vorbild zu nehmen, dem Manne, der bekanntlich das theologische System Albert's verdunkelt hat, seinem Nachfolger Thomas von Aquin. Es ist nun, nachdem wir so das Verhältniss beider Philosophen zu einander im allgemeinen festgestellt, kaum noch dankenswerth, wenn überhaupt thunlich, auf jede einzelne Stelle im Albert, Avelche die Maimonidische Schrift in's Gedächtniss ruft, des Näheren einzugehen, zumal wir bemüht gewesen sind, jede unserer Behauptungen, soweit sie dessen bedurfte, mit Citaten aus Albert zu belegen. Nur für einen Punkt sind wir den Beweis schuldig geblieben, weil er seiner Natur nach nur durch ein specielles Eingehen auf den Text des Albert erhärtet werden kann. Es ist dies die Behauptung, dass ganze Abhandlungen des More in den Schriften Albert's sich reproducirt finden. Wir hatten dabei Maimonides' Abhandlung über die Prophetie und desselben Abhandlung über die Weltschöpfung im Auge. Beide sind verkürzt wiedergegeben, die eine in Albert's Abhandlung über die Divination, die im fünften Bande der Jammy'schen Edition S. 93—103 zu lesen ist, die andere in Albert's Digression über ein für die damalige Speculation ungleich wichtigeres Thema, über die Weltschöpfung, die im zweiten Bande derselben Edition im achten Buche seiner Physic. S. 325—334 sich findet und ihre Parallelstelle hat im zweiten Theile seiner summa theologiae S. 53 ff. Wir versuchen jetzt, das im Einzelnen nachzuweisen. I. Albert's Abhandlung über die Divination. Wie bereits erwähnt, folgt Albert in seinen philosophischen Darstellungen dem Gange der aristotelischen Schriften, so dass seine Abhandlung über die Divination, wie bei Aristoteles, einen Theil der Abhandlung de somno et vigilia bildet. Was aber für denjenigen, der die Weise Albert's nicht kennt, noch der besonderen Erwähnung bedarf, ist, dass er auch in unserer nicht eben grossen Abhandlung auf viele Autorennamen und auf diese und jene von Maimonides nicht eingehend berührte Frage stossen wird, so dass leicht der Schein entsteht, als sei auch hier Maimonides nur Einer von den vielen benutzten Autoreu. In Wahrheit aber ist alles, was wirklich psychologisches Interesse hat, aus dem More Nebuchim. So der Unterschied zwischen der Divination im Traume und der Vision, so ferner die Grundverschiedenheiten in den Anlagen der Menschen, aus auch nicht minder entschieden ausspricht: Ordines enim intelligentiarum quos nos determinavimiis quidam dicunt esse ordines Angelorum: et hoc quidem dicunt Isaae et Rabbi Moyses et ceteri philosophi Judaeorum. Sed nos hoc verum esse non credimus. Ordines enim Angelorum djstinguuntur sfecundum differentias illuminationum et Theophaniarum, quae revelatione accipiuntur et fide ereduntur et ad perfe$äpnem regni caelestis ordinantur in graüa et in peatitudine: de quibus phüoaophia nihil pptest per rationem pWlpsophicam determinare. 2*

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