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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1863-01-01 · 1863 · page 13

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1863
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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X seine Widerlegung der aristotelischen und nachäristotelischen Beweise für die Ewigkeit der Welt (a parte ante) und seine Art, innerhalb des Aristo telisnaus von Creation zu reden vollständig zu eigen, so sehr er auch bemüht ist, selbst auf die Gefahr eines Widerspruches mit sich selbst hin, die Frage selbstständig, oder richtiger mit Anlehnung an Augustin zu lösen ')• Dagegen kann er ihm nicht mehr so unbedingt folgen in seiner Lehre über das Wesen der Prophetie. Die Prophetie ist eben nach Albert dem lumen naturale nicht mehr zugänglich. Man glaube aber darum nicht, dass er die klassische Auseinandersetzung des Maimonides über diesen Punkt überhaupt nicht benutzt. Sie ist den Schriften Albert's eingearbeitet, nur dass sie bei ihm herabgesetzt ist zu einer Theorie der natürlichen Prophetie, wie sie auch in der heidnischen Welt vorgekommen sei. Man hat sie daher auch nicht in seiner summa theologiae, sondern in seinen physischen Schriften zu suchen. Vollends die tiefsinnige Art, wie Maimonides, auf Bibelstellen gestützt, viele prophetische Visionen als innere Vorgänge bezeichnet, eine Auffassung, welche die rationalistische Auffassung des vorigen Jahrhunderts bereits anticipando überwunden hat und allein ausreicht, die lange noch nicht genügend gewürdigte Grösse des jüdischen Denkers in hellster Beleuchtung zu zeigen, ist in den Augen Albert's nur „ein frivoler Versuch, die Meinungen der Philosophen auf die Aussprüche des Gesetzes zurückzuführen"2). Wahrhaft naiv klingt seine überaus häufig wiederholte Versicherung, dass nicht etwa die alten Philosophen, sondern lediglich Juden, wie Isaac Israeli und Maimonides, die Sphärengeister mit den Engeln identificirt hätten3). Gerade als ob Maimonides *) Die Belege werden fölgen. Nur vor einem Missverständniss müssen wir warnen. Im Buche de eoelo et mundo (toin. B S. 57) findet sieh folgende Stelle: Dicamus igitur incipientes, quod antiqui philosophi loqüentes de factura mundi, quotquot praecesserunt sectam Peripatetieorum, convenerunt in hoc quod coelum et mundus essent inchoata per physicam generationem: sed tarnen in modo illius generationis differebant quidam inter se physici triplici diversitate. Fuerunt enim quidam inter eos qui dixerunt, quod mundus quidem per generationem quae fit ex materia incepit, sed durabit in sempiternum et ideo in tota temporis duratione non habebit principium materiale aliquod ad quod resolvatur, quemadmodum res eörruptibiles resölvuntur: propter quod etiam iu toto tempore nunquam habebit finem. Et hujus quidem sententiae auetor fuit Plato apüd antiquos Stoieos (diese Bezeichnung des Plato ist eine Kennern des Albert nicht unerwartet kommende historische Monstrosität) et postea parum ante nostra haec tempora renovavit eam Moyses Aegyptius Philosophus Judaeorum. Man könnte nach dieser Stelle leicht glauben, als habe Albert die Ansicht des Maimonides über Weitschöpfung für identisch mit der des Plato gehalten, und, da aus anderen Stellen hervorgeht, dass Albert in dieser Beziehung das Richtige wohl gekannt, dieser Stelle gegenüber rathlos sein. In der That aber soll nach Aibert nur in der Meinung des Maimonides, dass die Welt a parte post ewig sei (More H 27 — 29), eine Renovation der Platonischen Ansicht liegen. Von Maimonides' Ansicht über den Ursprung und Anfang der Welt ist hier nicht die Rede. Dass im Uebrigen diese historische Coustruction eine wunderliehe ist, muss auf Rechnung der wirren geschichtlichen Vorstellungen jener Zeit geschrieben werden. 2) 2 summa theol. S. 76: Sed aliud quod objieitur de intelligentiis, dicendum, quod hoc frivolum est dicere, sicut bene probant objectiones et nos inferius ostendemus. Nec hoc dixerunt primi philosophantes, sed quidam Judaei, Rabbi Moyses scilicet et Isaac, frivole .volentes reducere opiniones Philosophöruin äd dieta legis. Unde etiam Rabbi Moyses dicit quod Angeli non veniunt ad nos nisi in signis per visionee somniales et in effectibus per immutationes corporum. 3) Vgl. die vorhergehende Note. Vgl. auch de eausis'S. 563, wo sich Albert weniger stark, wenn

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