Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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- Niger 1× ep/1824046
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34 Rede ist, welche von der Regierung der ausländischen Prägung und desj veränderten Münzfusses wegen abgerufen wurden. Der Ausdruck &TW\3K entspricht dem Worte Niger und will wohl sagen, dass man darunter Denare versteht, welche von Pescenius Niger, dem Gegenkaiser des Septimus Severus, geprägt wurden. Niger hatte Münzen geprägt, die von den römischen Provinzen des Orients, welche ihn anerkannt hatten, aber nicht von den andern römischen Provinzen, angenommen wurden. Das in der Mischna211) erwähnte pEPDN "Agjjiiov, ohne Gepräge, wird von einem ungeprägten Metallstücke in Münzform gebraucht. Der Talmud212) erklärt dieses Wort durch und will eben damit andeuten, dass das mit jfl^DN bezeichnete Metallstück gleich dem Follis ohne Zeichen war. Für Münzen, die wegen abgeriebener Prägung nicht mehr im Verkehr angenommen wurden, braucht der Talmud213) den Ausdruck JOü oder Geschickte der jüdischen Münzen. Zum Schlüsse sollen liier die historisch wichtigsten Momente der sogenannten jüdischen Münzen, welche in den talmudischen Quellen nur andeutungsweise erwähnt sind, folgen214). Das Auffinden der jüdischen Münzen hat die Beantwortung einer andern wissenschaftlichen Frage über die Figur der Buchstaben in der mosaischen Urkunde in ein neues Stadium der Untersuchung gebracht. Die Frage ist nämlich, ob jene Urkunde ursprünglich mit den jetzigen, unter dem Namen hebräische Quadratschrift bekannten, oder mit den samaritanischen Schriftzügen geschrieben war. Ein kleiner Theil der noch vorhandenen jüdischen Münzen hat Legenden mit Quadratchrift, der bei weitem grössere Theil derselben hat samaritanischen Schriftcharakter, und je nachdem man diesen oder jenen Münzen den Vorzug der Anciennetät gegeben, wurde diese oder jene Schrift der mosaischen Urkunde zugemessen. Bei den in den talmudischen Quellen angeführten jüdischen Münzen ist nur die Legende, aber weder Schriftform, noch Gewicht oder sonstige Umstände, die zur Kenntniss einer Münze beitragen, näher bezeichnet. Es bleiben daher nur die aus späteren Funden sich ergebenden Resultate für die Betrachtung der jüdischen Münzen übrig. Der Talmud215) beschreibt: 1) Eine jerusalemische Münze. Auf der einen Seite: Döbttfl 1)1 (David und Salomon). Auf der andern Seite: mipn "W übmrv (Jerusalem die heilige Stadt). 211) Maaser Scheni I, 2. Baba mezia IV, 1. Edujoth III, 2. Talmud Beraclioth 47, b. Erubin 31, b. 212l Baba mezia 47, b. 213) Sabbath 129, a. Baba kama 37, a. Beclioroth 51, a. Mussafia s. v. "p. Der Ausdruck ND.V"!D~ID (NDrOID) otaQaxaQayfta, falsche Münze, wird in der Mischna Parah I, 3 bildlich angewendet. HDil^D fi&io{i.a, Gepräge, wird im Talmud Beraclioth 53, b angeführt. 214) Vergl Seite 20. Ausführliches ist zu finden in 1) Hauber, Nachricht von den jüdischen insgemein genannten samaritanischen Münzen. Kopenhagen und Leipzig 1778. 2) Tychsen, die Unächtheit der jüdischen Münzen mit hebräischen und samaritunischen Buchstaben. Rostock und Leipzig 1779. 3) Perez Bayer, de numis hebraeo-samaritanis. Valentiae Edetanorum 1781. 4) Eckhel a. a. 0. pag. 455 ff. 5; de Saulcy, Recherches sur la numismatique judaique. Paris 1854. 215) Baba kama 97, b.