Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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18 h. der Golddenar ist 25 Silberdenaren gleich93). Der Talmud94) spricht direct aus, ein Silberdenar ist der fünfimdzwanzigste Theil des Golddenars. Der jerusalemische Talmud95) setzt 8 Golddenare 200 Silberdenaren gleich. Auch der Sprachgebrauch verstand unter der Münze den Golddenar, denn die Mischna90) führt an „Wenn Jemand eine Goldmünze pH!) für den Tempelgebrauch gelobt, so muss er einen Golddenar geben". Noch ein anderer Werth des Golddenars wird von der Mischna97) angegeben „Wenn Jemand einem Boten einen Golddenar giebt mit dem Auftrage, für ihn ein Hemd zu kaufen, und er kauft für 3 Selaim ein Hemd und für 3 Selaim ein Kleid" u. s. w. Wir sehen hieraus, dass der Bote den Golddenar für 6 Selaim oder 24 Silberdenare ausgegeben habe. Denselben Werth giebt der jerusalemische Talmud98) an „Ein Silberdenar ist der 24ste Theil eines Golddenars". Das zuerst, angeführte Verhältniss des Golddenars zum Silberdenar, wie 25 : 1, hat seine Quelle in einem üblichen Agio, welches beim Verwechseln der Silberdenare auf Golddenare an den Wechsler gegeben werden musste. Diese Zugabe wurde mit in den eigentlichen Werth hineingezogen und daher ein Golddenar 25 Silberdenaren gleichgesetzt. Aus mehreren Stellen im Talmud ist nämlich ersichtlich, dass man beim Einliefern der Tempelsteuer dem Wechsler eine Zugabe, ]G^p xollißov, für jeden halben Schekel einen halben Maah geben musste, d. h. bei 12 halben Schekeln, gleich 24 Denaren, musste man, 12 halbe Maah 6 Maah 1 Denar als Zuschlag zahlen, mithin, um einen Golddenar einzuwechseln, statt 24 Denare 25 geben. Es wurde oben erwähnt, dass das gewöhnliche Verhältniss des Goldes zum Silber in alter Zeit wie 10 : 1 angenommen wurde. In den talmudischen Quellen ist hierüber nichts Ausdrückliches erwähnt, jedoch lässt sich ein anderes Werthverhältniss aus Nachstehendem entnehmen. Aus den, angeführten Denar-Verhältnissen, 25 : 1 oder 24 : 1, kann man nicht auf das Werthverhältniss des Goldes zum Silber schliessen. Man muss vorher eine Angabe über die Anzahl der Denare feststellen, welche von jedem der beiden Metalle aus einer und derselben Quantität, z. B. aus einem Pfunde, gesclüagen wurde; eine Angabe, die in den talmudischen Quellen nicht vorhanden ist. Dass überhaupt der Golddenar nicht gleiche Dicke mit dem Silberdenare hatte, deutet der Talmud dadurch an, dass bei gewissen Bestimmungen ausdrücklich die Dicke des Denars oder des Golddenars als Maass angegeben wird99). Es bestimmt sich aber der Goldzum Silberwerth aus Folgendem: Der jerusalemisehe Talmud100) erwähnt in einer Stelle, deren Erklärung wir weiter unten geben werden, dass ein Golddenar in Palästina 2000 Peruta gelte. Vergleicht man hiermit die Werthangabe des Silberdenars der Kaiserzeit in Peruten, nämlich ein Silberdenar sei 192 Peruta gleichl01), so entsteht das Verhältniss des Goldes zum Silber wie 2000 : 192 10,42 : 1. Hierbei wird vorausgesetzt, dass der im jerusalemischen Talmud angegebene Golddenar mit dem Silberdenare von einerlei Gewichte 93) VergL Mischna Baba kama IV, 1. Tosifta Maaser Scheni 5. 94) Baba inezia 44, 2. 95) Schebuoth 37, 1. 96) Menacboth XIII, 4. und Talmud zur Stelle. 9r) Meila VI, 4. 98) Kidduschin 58, 4. 99) Jerusalem. Talmud Chagiga 79, 4. )->y-Titi "U^ vyiJD. Erubin 19, a. Chägiga 27, a. Chulin 59, b. 2HTUH 10°) Maaser Scheni 54, 4. 101) Jerusalem. Talmud Kidduschin 58, 4. Babyl. Talmud Kidduschin 12, a. Baba mezia 44, b.