Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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9 rniwn *]ty&J nw JSW Dm. Diese Goldsorte ist wohl das zu dünnen Blättchen geschlagene Gold, das sogenannte Goldschlägergold. Nach, dem "Worte HPD findet sich die eben zu erklärende Stelle und schliesst sich also dem letzteren an. Sie sagt daher: Von solch dünnem Golde hatte Hadrian ein Gewicht von der Schwere eines Eies, Diokletian von der Schwere eines Gordianischen Denars. Es wird dies der Seltenheit wegen in der damaligen Zeit erwähnt. Die Parallelstelle Midrasch Rabba 152, b giebt die Goldart in noch deutlicheren Worten wieder45). Nach Auswerthung der Gewichte hat man die Stellung der talmudischen Quellen zur folgenden Frage zu untersuchen, ob nämlich das heilige und königliche Gewicht vom gemeinen, zum Marktverkehr gebräuchlichen zu unterscheiden sei. Der Gegensatz von heiligem und gemeinem Schekel ist von Einigen anerkannt, von Anderen verworfen worden. Robert Hussey46) führt die verschiedenen Meinungen hierüber an. Boekh47) tritt auf die Seite Derer, die einen Unterschied annehmen, weil die grosse Anzahl von Stellen, worin der heilige Schekel und das heilige und königliche Gewicht erwähnt wird, auf den unbefangenen Leser den Eindruck eines solchen Gegensatzes, der sich auch bei der heiligen und gemeinen Elle wiederfindet, macht. Die talmudischen Quellen geben für den hier behandelten Zeitabschnitt an, der gemeine Schekel sei die Hälfte des heiligen. Im Talmud wird nämlich der biblische heilige Schekel sowohl durch Schekel, als auch durch Sela bezeichnet. Ebenso Onkelos, welcher bpW mit wbü übersetzt. Die Mischna, der babylonische Talmud48) und noch deutlicher der jerusalemische Talmud41*) finden im biblischen Schekel den Sela wieder: CJ&D TlDTQ cbpW hj. Wahrscheinlich wurde V7D (Fels, Stein) deshalb für Schekel (Gewichtsstück) gesetzt, weil die Gewichte in der Regel aus Stein waren. Demnach war Sela und Schekel ganz identisch. Die Hälfte des Sela wird aber wiederum mit dem Namen Schekel belegt, so dass ein Sela 2 Schekel, d. h. ein heiliger Schekel zwei gemeinen. Diese letztere Gleichung wird aus der Mischna50) hergeleitet. Man brauchte nicht das „zweite Zehnt" "WjSti) in Naturalien nach Jerusalem zu bringen und dort zu verzehren, sondern konnte es zu Hause auf Geld eintauschen und dasselbe in Jerusalem ausgeben. Um nun vom Transporte des Kupfergeldes nicht zu sehr belastet zu werden, wollte man dies auf Silbergeld umtauschen, um es in Jerusalem wieder auf Kupfermünze umzuwechseln. Es herrschen nun verschiedene Meinungen darübeu, wie viel man Silbergeld für einen Sela in Kupfergeld vom „zweiten Zehnt" und wie viel Kupfermünze man für einen Sela in Silber vom „zweiten Zehnt" einwechseln darf. Beth Hillel giebt an, dass man in beiden Fällen einen Sela auf einen Schekel Kupfermünze und einen Schekel Silbermünze verwechseln darf. Hieraus sieht man, dass der Sela 2 Schekel war. In gleicher Weise wird die Verschiedenheit des Sela und Schekel von der Tosifta61) und an mehreren Stellen im Talmud erwähnt. Ferner ergiebt sich aus einer Discussion im Talmud52) über die Benutzung der bis zu 45) Vergl. Midrasch Rabba pag. 247, c. Schir Haschirim Rabba pag. 22, a. 46) Essay on the ancient weights and money etc. pag. 183 ft*. 4T) a. a. 0. pag. 61. 48) Mischna Bechoroth VIII, 7. Talmud Bechoroth 50. a. 49) Kidduschin 59, 4. 5n) Maaser Scheni II, 8. 9. 51) Ketuboth 6. 52) Baba mezia 52, a.