Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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10 einem gewissen Grade abgeriebenen Münzen, dass der Sela 2 Schekel53). — Haben wir nun hier einen Unterschied zwischen heiligem und gemeinem Schekel gefunden, so geben die talmudischen Quellen keine Differenz dieser beiden Gewichte für die biblische Zeit an. Für die grpsseren Gewichtsnominale Kikkar (Talent) und Mine hingegen wird ein Unterschied zwischen heiligem und gemeinem Gewichte durchgängig auch für jene Zeit gemacht, und zwar wird der heilige Kikkar und die heilige Mine als eine Doppelung der gemeinen gleichnamigen Gewichtsstücke angesehen. Es ergiebt sich dies aus einer im Talmud54) angeführten Unterredung eines Griechen mit einem der ältesten mischnaitischen Autoren, worin eine Berechnung dieser gegenseitigen Gewichtswerthe niedergelegt ist. Zum Verständnisse der Angaben des Griechen sei hier erwähnt, dass die Hellenen für ihr Gewicht und Silbergeld folgende Gleichungen hatten: 1 Talent 60 Minen, { Mine 100 Drachmen55). Da nun der Grieche die biblischen und nachbiblischen Gewichts- und Geldangaben denen aus dem griechischen Gewicht- und. Geldsjstem abgeleiteten gleichsetzte und den heiligen ebensowohl als den gemeinen Schekel für ein Tetradrachmon (= 4 Drachmen) ansah, so hielt er den heiligen und gemeinen Kikkar (Talent) für 60 heilige oder 60 gemeine Minen, 1 heilige oder gemeine Mine 100 Drachmen 25 heilige oder gemeine Schekel, also 1 heiliges Talent 1500 heilige oder gemeine Schekel. Nun frägt er. wie kommt es, dass die Steuer von 600,000 Männern, von denen jeder einen halben heiligen Schekel zahlte, im 2. M. 38, 25 als 100 Talente schwer angegeben wird, während sie doch 300,000 heilige Schekel, gleich 200 Talente, ausmachte. Ihm wird zur Antwort: die heilige Mine war doppelt so schwer als die gemeine, sie enthielt 50 heilige Schekel, wodurch auch das heilige Talent doppelt gross war, und die Steuer im Betrage von 300,000 heiligen Schekeln war nur 100 heiligen Talenten gleich. Ist nun hier in deutlichen Worten eine Verschiedenheit zwischen heiligem und gemeinem Talent und heiliger und gemeiner Mine angegeben, so erhellt aus dieser Berechnung, dass der heilige Schekel gleich dem gemeinen sei; da, hielte der Talmud auch für die biblische Zeit die beiden Schekel im Verhältnisse von 2 zu 1, die ertheilte Antwort, die heilige Mine war doppelt so schwer als die gemeine Mine, falsch wäre. Denn laut Voraussetzung enthielt eine gemeine Mine 25 gemeine Schekel, nach der Annahme enthielt eine heilige Mine 50 heilige Schekel 100 gemeine Schekel, also die heilige Mine verhält sich zur gemeinen wie 100 : 25 4 : 1 gegen die Voraussetzung wie 2 : 1, oder dann beträgt die Steuer 300,000 heiüge Schekel 600,000 gemeinen Schekeln 24,000 gemeinen Minen 400 gemeinen Talenten, während sie nach heiligem Gewicht nur 100 Talente schwer angegeben ist, also das heilige Talent zum gemeinen wie 4:1, nicht wie 2 : 1 setzt. (Vergl. Tosafoth zur Stelle s. v. rüEl, wo in Kürze angedeutet wird „T»n Wlp bw b)H hw nbpW die heiligen und gemeinen Schekel waren gleich"). Der jerusalemische Talmud56) hat dieselbe Unterredung in etwas veränderter Form. Dort wird das Wort Litra statt Mine gebraucht, was nach dem oben S. 7 über Litra und Mine Gesagten nicht auffallt. Ferner wird dort der heis3) Vergl. Mischna Nedarim III, 1. 54) Bechoroth 5, a. ") Boekh a. a. O. pag. 32. 56) Synhedrin 19, 4.