Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 73)
- Language
- German
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A n Ii a n g. Ueber Titel, Handschriften und Ausgaben der Chronik. (S. Anm. 1.) Die einfache und bequem kurze Bezeichnung * Chronik* kennt schon der von Severus nur durch einen fünfzigjährigen Zeitraum getrennte Gennadius de viris ill. 19: Severus presbyter cognomento Sulpicius, Aquitanicae provinciae .... composuit et Chronica. Auch Gregor von Tours und die übrigen Scribenten des Mittelalters, deren Zeugnisse De Prato (Vol. I p. XXXIX) gesammelt hat, erwähnen nur diesen Titel, und die Vaticanische Handschrift, die einzige jetzt nachweisbare, beginnt: Incipit Prologus Sulpicü Severi in Chronica quae ipse fecit ab exordio mundi usque ad tempus suum, und hat am Schluss des ersten Buches folgende Subscription: Explicit Sacrorum Chronicoi'um Uber primus: incipit Uber secundus. Legi feliciter. — Die bisher gangbare Betitelung Historia Sacra, wie die Worte in den jüngeren, oder Sacra Historia, wie sie in den älteren Ausgaben geordnet sind, hat selbst De Prato, obgleich er im Besitz aller eben erwähnten Thatsachen war, noch nicht aufzugeben gewagt; ihre Gewähr liegt jedoch lediglich in dem Titelblatt der editio princeps, welches editio prinhier vollständig folgt, weil weder De Prato in Verona noch Schönemann (Bibliotheca patrum Up. 410) in Göttingen diese ceps" Ausgabe auftreiben konnte: Sulpitii Severi Sacrae Hisioriae a Mundi exordio ad sua usque tempora deductae, libri II. nunc primum in lucem editi. Item aliae quaedam Historicae appendices, lectu dignissimae. Accessit rerum et verborum copiosus index. (Von einem Index war in den zwei mir vorgekommenen Exemplaren keine Spur zu finden.) Basileae, Per Ioannem Oporinum 192 SS. Octav. Der durch seine Theilnahme an den Magdeburger Centurien und durch sein Auftreten gegen Melanchthon bekannte Herausgeber Matthias Flacius Hlyricus bezeichnet sich unter dem an Nicolaus Ratzvilius Princeps Flacius. Olicensis et Palatinos Vilnensis gerichteten und prima Maii 1556 datirten Widmungsschreiben nur mit den Anfangsbuchstaben M. F. Ueber die Handschrift, welche er .benutzte, findet sich keine andere Angabe als die in folgenden Worten des Widmungsschreibens enthaltene: Tuae igitur Celsitudini, Princeps illustrissime, libellum hicnc . . . . ex quadam celeberrimae Saxonurn civitatis Hildesiae bibliotheca erulum editumque addico dedicoque. In dem ganzen Büchlein wird keine Hildesiairas. einzige Variante angemerkt, und alle kritische Zuthat beschränkt sich auf Bezeichnung einiger der offenbarsten Lücken und Verderbnisse durch Sternchen. Mit diesem unbekümmerten Verfahren steht es nun ganz im Einklang dass Flacius, da die Hildesheimer Handschrift, wie nach Allem anzunehmen ist, ihm nur den Namen des Verfassers aber nicht den Titel der Schrift darbot, sich seine sacra historia a mundi exordio usque ad sua tempora zusammen gelesen hat aus folgenden Sätzen der Severischen Einleitung: res a mundi exordio sacris litteris editas ..... usque ad nostram memoriam carptim dicere aggressus si/m, und: visum autem mihi est non absurdum cum......per sacram historiam cucurrissem, etiam post gesta connectere (s. Anm. 59): excidium Hierosolymae, verationesque populi Chrütiani etc. Gerade dieser letzte Satz liefert jedoch, indem er zwischen der 'heiligen, d. h. biblischen, Geschichte' und dem 'später Geschehenen (post gestaY so scharf scheidet, den deutlichsten Beweis dass Severus seine gesammte, beide Theile umfassende Schrift nicht Sacra Historia genannt wissen will; wie er denn diese Bezeichnung überall wo er sie gebraucht (7, 36, 5 II, 5, 6 und 7; 14, 3) dem biblischen Text im Gegensatz zu nichtbiblischen Geschichtschreibern und Chronologen vorbehält. — Ein ähnlicher Grund macht es aber auch unwahrscheinlich, dass Severus selbst den Titel Chronik für seine Schrift gewählt habe. Er führt mehrere Male (2, 36, 6; 42, 1; 46, 5; II, 5, 7; 6, 1) die eusebianische Chronik ohne nähere Unterscheidung schlechthin als Chronica an, was er, wenn seinem eigenen Werk dieselbe Aufschrift gegeben war, um Missverständnissen zu entgehen gewiss vermieden hätte. Es wird sich daher wohl Jedem, der die eben mitgetheilten Worte der Einleitung erwägt, die Annahme empfehlen, dass Severus selbst in der Betitelung so gut wie in dem Styl seines Werks klassischen Vorbildern sich angeschlossen und nach Analogie von Tili Lid ab urbe condiia libri, Corneli Taciti ab excessu Divi Augusti die Aufschrift folgendermaassen abgefasst hatte: A mundi exordio libri II. Aehnüch wie bei Livius und Tacitus fand man auch bei Severus einen solchen Titel für das Citiren unhandlich, und bereits zu Gennadius' Zeit